Der Kopf hinter Goodeed: Vincent Touboul Flachaire

Als Vincent Touboul Flachaire 17 Jahre alt war, bekam er das Buch „Building Social Business“ von Muhammad Yunus von seiner Großmutter geschenkt. „Es war Weihnachten und die Stadt war voller Werbung. Das brachte mich zum Nachdenken: Welche gigantischen Summen in diese Werbekampagnen fließen“, so der mittlerweile 19-Jährige Franzose. „Ich hab mich gefragt: Was, wenn dieses Geld genutzt werden könnte, um Menschen zu helfen? Und so kam ich auf die Idee zu Goodeed.“

Goodeed ist eine Onlineplattform, auf der Besucher für wohltätige Zwecke spenden können, indem sie 20 Sekunden lang einen Werbespot anschauen. Ohne eigene Kosten, dafür bezahlen die Werbeunternehmen: Zurzeit bekommt Unicef einen Impfstoff, das UN World Food Program eine Mahlzeit und WeForest einen Baum pro Spende. 20 Prozent des Geldes, das durch den 20-Sekunden-Ad eingespielt wird, fließt in das Startup. Die restlichen 80 Prozent der Werbeeinnahmen werden an die NGOs weitergeleitet.

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Seit dieser Woche ist das Projekt, das im März 2014 in Paris launchte, auch global verfügbar; in Großbritannien, den USA und Deutschland wurden vor ein paar Tagen Kampagnen gestartet. In nur zwei Tage hat Goodeed nach eigenen Angaben 5.000 neue Nutzer außerhalb Frankreichs registriert. In Frankreich hat Goodeed währenddessen im vergangenen Jahr an Fahrt aufgenommen: 60.000 Teilnehmer und 500.000 Spendenbeiträge sind bisher zusammengekommen. Nach eigenen Angaben sind mehr als die Hälfte aller Goodeed-Benutzer jünger als 35 Jahre, über 70 Prozent haben vorher noch nie für wohltätige Zwecke gespendet.

„Wenn du heutzutage Menschen zusammenbringen möchtest, um was zu erreichen, musst du alle möglichen Tools nutzen“, so Flachaire. Trotz seiner Jugend sei ihm bewusst, dass die Erde zerstört wird und es Menschen gibt, die unter Krankheiten, Hunger, einen Mangel an medizinischer Versorgung sowie fehlenden Möglichkeiten leiden. „Als ich 12 wurde, habe ich verstanden, dass manche Menschen behütet und wohlgenährt aufwachsen, während dies für die meisten Menschen dieser Erde nicht der Fall ist“, erzählt er.

Bild: Goodeed