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Ein Beitrag von Irina Hey, studierte Wirtschaftsinformatikerin und Head of Marketing & Communications bei der OnPage.org GmbH, einem Softwareanbieter für Tools für die Verbesserung von Webseiten.

Erwartungen an das Mobile-Update

Viele Webmaster verfolgen gespannt Googles Ankündigungen – diesmal wurden sie von einer direkten Ansage überrascht: „Die Darstellung und Benutzung der mobilen Seiten werden zu Ranking-Faktoren.“ Waren doch Googles Aussagen über seine Ranking-Faktoren früher sehr vage, wird es nun konkret (Hashtag: #MobileRising).

Google reagiert mit diesem Update auf die Entwicklung, dass immer mehr User mobile Geräte nutzen, um im Netz zu surfen. Damit Google seinen Nutzern weiterhin relevante mobile Ergebnisse liefern kann, legt der Suchmaschinenprimus nahe, Probleme bei der mobilen Nutzerfreundlichkeit zu beheben und warnt vor Schwierigkeiten sogar in den Webmaster-Tools.

Viele Webmaster diskutieren in Blogs, Foren und Konferenzen, welche Rolle das Thema Mobile künftig für Suchmaschinen spielen wird und inwieweit der Mobile Index einzelne Geschäftsfelder beeinflussen wird. Viele sprechen sogar von einem “Mobilegeddon”, da die Ausmaße weitreichend sein könnten. Doch die tatsächliche Auswirkung des Updates bleibt noch umstritten. Klar ist: SEO-Optimierung der mobilen Seiten wird notwendig.

Was könnte das Update für Webseiten generell bedeuten?

Bevor man in Panik gerät, sollte generell versucht werden, die Hintergründe des Google-Updates zu verstehen und abgewogen werden, was dies für die eigene Webseite bedeuten könnte. In der Vergangenheit haben die Updates Panda und Penguin bereits viele Opfer gebracht: Geschäftsmodelle zerbrachen und die Traffic-Verluste machten so manch einem Webmaster einen gewaltigen Strich durch die Rechnung.

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Verständlich ist daher die jetzige Reaktion auf das neue Update. Jedoch gibt Google schon seit einiger Zeit Tipps für die mobile Optimierung. Letztes Jahr im Juni wurde im Webmaster Blog darüber geschrieben. Auch Online-Experten raten seit geraumer Zeit, sich für das Thema Mobile zu rüsten. Wer damit spät dran ist, wird ab morgen gewisse Abstriche machen müssen.

Webseiten, die bestimmte mobile Voraussetzungen nicht erfüllen, werden schlechter ranken, was die mobilen Rankings ordentlich durchschütteln wird. Das könnte Trafficverluste für die bedeuten, deren Webseite noch immer nicht mobil-freundlich dargestellt wird. Es kann aber auch Webseiten treffen, die

  • schlecht bedienbare Formulare haben,
  • eine zu kleine oder umständliche Benutzerführung besitzen,
  • mobil hohe Bounce-Rates aufweisen,
  • zu kleine oder nicht gut bedienbare Call-to-Action Buttons besitzen,
  • zu langsam laden,
  • oder Darstellungsfehler haben.

Google versucht aufzuklären und stellt Webseitenbetreibern nützliche Informationen zur Verfügung. Beispielsweise bietet Google Webmastern an, einen Test durchzuführen. Nach der Eingabe einer URL listet Google kritische Faktoren und Potentiale auf.

Technisches Set-up: Was wird nötig sein?

Die technische Optimierung von mobilen Webseiten stellt eine größere Herausforderung für Webmaster dar. Folgende Punkte sollten berücksichtigt werden.

Mobile Version

Kommt der mobile Googlebot auf die Webseite, will er wissen, ob eine mobile Version verfügbar ist, die er crawlen und anschließend indexieren kann. Insgesamt gibt es drei Varianten, wie man Google die mobile Version mitteilt:

  1. Dynamischen Bereitstellung:
    Kommt der User-Agent mobil, wird automatisch eine mobile Version vom Server geladen. Die URL bleibt dabei gleich.
  2. Separate mobile URL:
    Eine Desktop-URL hat eine zugehörige URL, über die für Mobilgeräte optimierte Inhalte bereitgestellt werden. Beispiel: beispiel.de und m.beispiel.de. Damit das vom Googlebot erkannt werden kann, sollten die erforderlichen Tags im HTML-Code gesetzt werden:
    Auf der Desktop-Seite:
    <link rel=“alternate“ media=“only screen and (max-width: 640px)“ href=“http://m.example.com/page-1″ >
    Auf der mobilen Seite:
    <link rel=“canonical“ href=“http://www.beispiel.de/seite-1″ >
  3. Responsive Webdesign: Hier wird zwar die gleiche URL für alle Endgeräte ausgegeben, jedoch wird vom Server der gleiche HTML-Code bei einer Anfrage durch den Browser gesendet. Über CSS wird das Rendering der Seite an das Endgerät beziehungsweise den Bildschirm des Ausgabegeräts angepasst.

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Viewport

Als Viewport wird die Größe des zur Verfügung stehenden Displays auf Smartphones und Tables bezeichnet. Dabei spielt das Viewport Meta-Element in HTML5 für die mobile Optimierung eine größere Rolle. Das Element sorgt dafür, dass die Breite und Länge der Webseite optimal dargestellt wird. Die Möglichkeit, in eine Website hinein zu zoomen, kann ebenfalls mit dem Viewport-Element definiert werden. Das ist von großer Bedeutung, denn wenn User nicht zoomen können, haben sie ein Problem bei der Benutzung der mobilen Seite, was wiederum das mobile Ranking negativ beeinflussen kann.

Deklaration des Meta-Tags Viewport: <meta name=“viewport“ content=“width=device-width, initial-scale=1″>

Benutzung von Flash

Kein mobiles Gerät ist bislang dazu fähig, Flash-Techniken richtig gut darzustellen. Es ist also wahrscheinlich, dass Nutzer damit generell Probleme haben werden. Um dies zu verhindern, sollten keine Flash-Techniken auf mobilen Seiten verwendet werden.

Vary Header

Der Vary Header ist einer der mächtigsten HTTP-Responsheader. Wird der Vary Header falsch verwendet, kann es passieren, dass der mobile Inhalt komplett falsch ausgeliefert wird. Der Vary-HTTP-Header hilft auch dabei, dem User Agent passende Webseiteninhalte zu liefern. Sobald ein Client bei einem Server „anfragt“, erhält er eine Antwort über den http-Header. Diese kann beispielsweise so aussehen:

GET /page-1 HTTP/1.1
Host: www.beispielseite.de

HTTP/1.1 200 OK
Content-Type: text/html
Vary: User-Agent
Content-Length: 5710

Die Angabe „Vary: User-Agent“ zeigt an, dass Webseiteninhalte unabhängig vom angefragten User Agent unterschiedlich sein können.

Häufige Stolpersteine bei der mobilen Optimierung

Bei der Optimierung mobiler Seiten sollte auf folgende Faktoren besonders geachtet werden, da diese das Benutzerverhalten negativ beeinflussen können. Es ist es wichtig, dass der Besucher die Webseite leicht bedienen kann, um an die gewünschte Information zu kommen. Daher sollten folgende Fehler am besten vermieden werden:

  • Blockierte  JavaScript-, CSS- und Bilddateien
  • Nicht abrufbare Inhalte
  • Fehlerhafte Weiterleitungen
  • Für mobile Seiten spezifische 404-Fehler
  • App-Download-Interstitials
  • Irrelevante gegenseitige Verlinkungen
  • Langsame mobile Seiten

Fazit

Die Suchmaschine macht ernst, gibt dem User jedoch viele Tipps an die Hand. Unter Berücksichtigung der obigen Tipps und der beiden Leitfäden für die Optimierung von mobilen Webauftritten ist man für das kommende Update gerüstet. Wer die Tipps beherzigt, braucht sich keine Sorgen um die Rankingverluste zu machen, sondern kann sich auf weitere Optimierung konzentrieren.

Bild: NamensnennungKeine Bearbeitung Bestimmte Rechte vorbehalten von jfingas