Movinga Bastian Knutzen Finn Haensel Chris Maslowski

Ein Bild aus besseren Zeiten: Geschäftsführer Bastian Knutzen, Finn Hänsel und Chris Maslowski (von links)

Noch vor wenigen Wochen feierten sie ausgelassen. Am 27. Mai hatte das Umzugsstartup Movinga seine Mitarbeiter zur Geburtstagsparty in die Berliner Musikbrauerei geladen. Mit „DJ, Music, Drinks und Golden Burgers“, hieß es in der Ankündigung.

Eine Nachricht, die zwei Tage vor der Party in die Öffentlichkeit gelangte, trübte jedoch die Stimmung massiv. In einem Bericht des Manager Magazins wurde bekannt, dass die Berliner Staatsanwaltschaft wegen Urkundenfälschung gegen die beiden Gründer Bastian Knutzen und Chris Maslowski ermittelt.

Doch die Ermittlungen verpassten Movinga zu der Zeit einen weiteren krassen Dämpfer: Denn der US-Konzern Google hatte offenbar Interesse an dem Berliner Startup bekundet, heißt es bei t3n. Die Verhandlungen mit Google Ventures sollen zu dem Zeitpunkt „weit fortgeschritten“ sein, zitiert das Online-Magazin einen Insider. Das Investment sei laut Bericht wegen der Ermittlungen gescheitert.
Für die beiden Gründer wäre der Einstieg von Google ein Ritterschlag gewesen, denn Google Ventures, das etwa in Slack und Uber investiert hat, ist nicht für sein Engagement in Europa bekannt.

„Rocket wird sich stärker engagieren“

Die Absage ist deswegen umso bitterer für Movinga. Bereits zwei Wochen später verließen die beiden Gründer ihr einst gehyptes Startup. Sie dampften das Angebot ein, zwei Märkte wurden geschlossen, zahlreiche Mitarbeiter entlassen.

Nun befindet sich das Umzugsstartup wieder auf der Suche nach Geld. Die 25 Millionen Dollar hatte das Unternehmen innerhalb in fünf Monaten fast komplett verbrannt, auch ein Grund für das Ausscheiden der Gründer. Mit dem eingedampften Angebot will Rocket Internet, bereits an Movinga beteiligt, Geld nachschießen. „Aller Voraussicht nach wird sich Rocket stärker engagieren“, heißt es aus Unternehmenskreisen gegenüber Gründerszene. Ähnliches hatte auch Digital kompakt berichtet.

Anzeige
Ein weiteres Problem: Offenbar fehlt Movinga eine Menge Geld aus den Ausständen. Bei einer Summe von bis zu acht Millionen Euro sei nicht klar, ob Kunden ihre Rechnungen bereits bezahlt hätten, sagten Insider gegenüber Gründerszene. Eine Zahl, die t3n auch berichtet. Das Unternehmen hat nun ein sogenanntes Cash-Collection-Team eingesetzt, das nach dem Geld suchen soll, heißt es von den Insidern weiter. Ein Movinga-Sprecher weißt Berichte über Geldknappheit zurück: Das Startup sei weiterhin gut finanziert und die Investoren „stark committet“.

Die Konsolidierung bekamen derweil mehr Mitarbeiter zu spüren als bislang bekannt. Abgesehen von den Märkten in Italien und Großbritannien wurde auch das Team für internationale Umzüge dichtgemacht. Insgesamt sollen laut Beteiligten etwa 200 gefeuert worden sein. 50 davon seien vor allem Praktikanten und Werkstudenten gewesen, heißt es vom Unternehmen. In einer internen Jobmesse versuchte Movinga ein paar Tage nach den Entlassungen die gefeuerten Mitarbeiter weiterzuvermitteln.

Bild: Movinga