GPredictive-Team

Das GPredictive-Team: Dennis Proppe, Björn Goerke und Philippe Take (von links)

„Das war besser, als Pizza auszufahren“

Björn Goerke und Dennis Proppe kennen sich seit 15 Jahren. Ihr Startup GPredictive, das sie 2009 zusammen mit Philippe Take gegründet haben, ziehen sie gerade vom schleswig-holsteinischen Norderstedt nach Hamburg um, das sei dann doch ein besserer Standort. Ihre Geschäftsidee: Durch das clevere Auswerten von Kundendaten herauszufinden, mit welchem Werbemittel sich welcher Kunde am besten ansprechen lässt. „Mit dem Ergebnis von bis zu viermal mehr Bestellungen“, wirbt Goerke.

Für Tom Tailor hat GPredictive das schon gemacht, für Baby Walz und Immoscout24, auch für das Mode-Startup Outfittery habe man bereits an einem Projekt gearbeitet. Von ihrem Konzept haben sie nun die Münchner Venture-Capital-Gesellschaft Target Partners überzeugt, die für gut ein Viertel der Anteile in der Serie-A-Finanzierungsrunde 2,5 Millionen Euro in das Analyse-Startup investiert.

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Bei Null angefangen haben die Gründer mit GPredictive nicht. „Dennis und ich haben zusammen BWL studiert und während der Uni schon ein erstes Unternehmen gegründet. PR und Events, klassisches Marketing“, erzählt Goerke. „Das war besser, als Pizza auszufahren.“ Später geben sie die Firma an einen Mitarbeiter weiter. Proppe sucht sich einen Job in der Event-Branche, macht seinen Doktor, Goerke arbeitet bei einer Innovationsberatung.

Im Jahr 2009 finden sie wieder zusammen. Und starten GPredictive, zunächst als Beratungsunternehmen für Big-Data-Projekte in Großkonzernen. „Ein Großteil davon war mühsame Handarbeit“, erklärt Goerke. Bald waren sie sich einig: Das muss auch besser gehen. „In den Projekten haben wir sehr geschwitzt, auch buchstäblich: Selbst bei der Fußball-WM saßen wir in der Hitze und haben Daten hin und her sortiert.“ Also machen sie sich daran, eine eigene Software zu programmieren. 2012 holen sie Take als dritten im Bunde für den Vertrieb dazu.

Insbesondere auf das Konzept „Scores out of the box“ ist Goerke heute stolz: Will ein Online-Shop oder ein stationärer Händler beispielsweise einen Katalog mit einer Auflage von 100.000 Stück versenden, hat aber eine Kundendatenbank mit einer Million Kontakten, müssen die Kontakte nach ihrer Wertigkeit priorisiert werden. Der GPredictive-Algorithmus kann das erledigen, verspricht der Gründer.

In Sachen Kapital gehen sie eher zurückhaltend vor: 70.000 Euro bringen sie selbst ein, das Geld stammt aus dem Beratungsgeschäft. Hinzu kommen 250.000 Euro vom Seed- und Startup-Fonds Schleswig-Holstein, etwas später steigt der ehemalige Mobilcom-Chef und Business Angel Thorsten Grenz mit weiteren 100.000 Euro ein. Mit einem Darlehen der Hamburger Sparkasse über 50.000 Euro legen sich die Gründer noch einmal selbst ins Zeug. Das reicht für gut fünf Jahre.

Jetzt soll es schneller gehen, das neue Geld für eineinhalb bis zwei Jahre reichen, erklärt Goerke. GPredictive hat heute neun Mitarbeiter, Ende des Jahre sollen es etwa 20 sein. Es gehe nun darum, besser zu werden, das nationale Geschäft zu erschließen und die Expansion ins Ausland vorzubereiten, so Goerke. Dafür wird das Unternehmen dann weiteres Kapital brauchen.

Bild: GPredictive