Nach der Plagiatsaffäre war es um Karl-Theodor zu Guttenberg erst einmal ruhig geworden. Doch der ehemalige Verteidigungsminister arbeitet an einer zweiten Karriere. Als Berater in netzpolitischen Fragen unterstützt er die EU-Kommission – und steckt mit einer eigenen Investmentfirma in New York Geld in Startups. Schon relativ früh glaubte er beispielsweise an die sogenannte Blockchain-Technologie. Mittlerweile ein Trend-Thema.

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Zu den Namen aus seinem Startup-Portfolio hält sich zu Guttenberg eher bedeckt. In einem Interview mit dem Magazin t3n sprach er jetzt allerdings über seinen Investment-Fokus. Auf das Thema Blockchain habe er ein „großes Auge“. „Ich bin aber auch an Startups aus den Bereichen Life-Science und Cyber-Security interessiert, wobei ich den Boom beim Letzterem schon im Endstadium sehe“, sagte zu Guttenberg. Neugründungen, die sich mit künstlicher Intelligenz beschäftigen, schaue er sich ebenfalls an.

Seine ehemaligen Politiker-Kollegen kommen in dem Gespräch nicht gut weg. Der deutschen Politik müsse „mal in den Hintern getreten werden“, sagte zu Guttenberg. Denn: „Wir honorieren in diesem Land einfach keine Menschen, die mit einer guten Idee gescheitert sind und damit Erfahrung gewonnen haben.“ Die Venture-Capital-Gesetzgebung sei „verbesserungswürdig“. Und zuletzt kritisiert der ehemalige Minister das „Innenleben der Politik“ – dort fehle „nämlich oft einfach das Know-how“, sagte er der t3n.

Als EU-Berater äußerte er sich auch zum Thema Netzneutralität und stellte sich auf die Seite der Gründer: „Da ich ein begeisterter Investor in – hoffentlich gute – Startups bin, habe ich immer Probleme damit, wenn sich zu einem gewissen Zeitpunkt bestimmte Machtpositionen wie die der Deutschen Telekom zu offensichtlich ausprägen.“ Die Telekom hatte angekündigt, dass Startups nur eine schnelle Datenübertragung bekommen, wenn sie die Telekom an ihren Umsätzen beteiligen. Insgesamt sei die Debatte aber noch nicht zu Ende, so zu Guttenberg.

Bild: Bitkom