Studenten bei dem Hackathon der Universität Toronto

Ein Beitrag von Michael Blätz, Cloud-Experte bei DomainFactory.

Ein Hackathon – bedeutet das nicht wenig Schlaf, Zeitdruck und Coden bis zum Umfallen? Dennoch gibt es die Events mittlerweile überall: im Bank-, Gesundheits- und Bildungswesen, aber auch im Journalismus und in der Kultur.  Was also bringen sie?

Gute Entwickler zu finden, ist eine der schwierigsten und wichtigsten Aufgaben für Startups. Und je mehr Startups es gibt, umso härter ist der Wettstreit um talentierte Fachkräfte. Mit einem Hackathon können Unternehmen viele begabte Entwickler auf sich aufmerksam machen und haben die Möglichkeit, Talente zu entdecken. Die Bedingungen sind besser als bei Jobinterviews oder Assessment-Centern: Die Teilnehmer zeigen, wie viel Teamgeist, Lösungsorientierung und welche Ideen in ihnen stecken. Die Unternehmen wiederum geben einen Einblick in ihre Arbeits- und Wertschätzungskultur.

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Hackathons sind gerade vor allem beliebt, weil sich kaum ein anderes Format so gut eignet, in kurzer Zeit viele realisierbare Ideen zu generieren. Bietet ein Startup beispielsweise eine eigene API an, können unabhängige Entwickler ganz neue Möglichkeiten für den Einsatz des Dienstes auftun.

Aus den oft 48-stündigen Entwicklungsmarathons ergeben sich nicht nur neue Ideen zum Einsatz der eigenen Lösungen, auch neue Geschäftsbeziehungen können entstehen. Oder ein ganz neues Startup entsteht. Ein Beispiel dafür ist GroupMe, das sich 2010 bei dem Hackathon von TechCrunch Disrupt zusammenfand und 2011 von Skype gekauft wurde. Auch wenn nicht aus jeder Idee das nächste Google wird, am Ende haben meist beide Seiten dazugelernt, konnten neue Kontakte knüpfen und Inspiration mitnehmen.

Die wichtigste Aufgabe als Veranstalter ist es – neben einer spannenden Aufgabenstellung – eine Arbeitsatmosphäre zu schaffen, die kreative Ideen fördert. Da sich die Events in der Regel über ein Wochenende erstrecken, sollte neben dem Bereich für die Arbeit auch ein Platz zum Schlafen vorgesehen werden. Es ist wichtig, Ruhezonen zu schaffen, damit sich Teilnehmer zum Abschalten zurückziehen können. Die Teilnehmer verbrennen bei der langen, mentalen Anstrengung außerdem viel Energie – es sollte also viel zu Essen geben.

Gadgets können Teilnehmer motivieren

Gleichermaßen wichtig ist die technische Ausstattung. Schnelles und stabiles Wlan sowie zahlreiche Switches mit LAN-Kabeln sind Pflicht, genauso muss es genug Steckdosen geben. Nichts ist nerviger, als die ständige Suche nach einer freien Lademöglichkeit. Sind hochauflösende Multimedia-Daten Teil des Hackathons, sollte die notwendige Bandbreite für den Upload vorhanden sein. Als IT-Infrastruktur für Entwicklungsumgebungen eignen sich flexible Ressourcen wie Cloudserver, die sich nach aktuellem Bedarf skalieren lassen, da der benötigte Platz stark projektabhängig und im Vorfeld schwer zu kalkulieren ist. Ein Anreiz für Teilnehmer kann es auch sein, wenn der Veranstalter technische Gadgets zum Ausprobieren bereitstellt, seien es VR-Brillen, 3D-Drucker oder eine 360-Grad-Kamera.

Damit die Teilnehmer einen inhaltlichen Mehrwert haben und ihre Fragen loswerden können, können am Beginn der Veranstaltung kurze Vorträge von Mentoren gehalten werden. Die Teilnehmer können sich mit den Experten austauschen und neues Wissen gewinnen. Die Machbarkeit und das Potenzial einer Idee lassen sich mit erfahrenen Mentoren besser besprechen. Auch wenn es viele Teilnehmer gibt, die des Spaßes wegen an einem Hackathon teilnehmen, gibt es Entwickler, die vor allem aus diesem Grund partizipieren: Der Kontakt zu bekannten Branchenpersönlichkeiten ist neben dem Preisgeld wichtig.

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Bei Hackathons handelt sich in der Regel um Wettbewerbe. Nach Ablauf der vorgegebenen Zeit präsentieren die Teams ihre Ergebnisse. Eine Jury bewertet die Ideen und kürt die Gewinner. Im besten Fall sind die Kriterien, nach welchen bewertet wird, im Voraus bekannt, damit alle Teilnehmer einen transparenten Einblick in die Auswertung bekommen.

Je nach Art der Auszeichnung spricht der Hackathon verschiedene Zielgruppen an. So zieht eine monetäre Belohnung beispielsweise eher Entwickler an, die ihre eigenen Ideen aus Preisgeldern finanzieren. Für Studenten und Young Professionals kann auch eine wertvolle technische Ausstattung lukrativ genug sein.

Egal ob der Hackathon nun eher den Zweck des Recruitings, der unternehmerischen Wertschöpfung oder des Aufbaus einer Community verfolgt: Teilnehmer und Organisatoren können profitieren. An einem Wochenende kann vieles passieren – sogar die Entwicklung des Prototyps für das nächste große Startup.

Bild: Gettyimages/Vince Talotta

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