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Streitbarer Provokateur: Heinz Buschkowsky

Mann der klaren Worte, Vertreter provokanter Thesen: So kennt man Heinz Buschkowsky, den langjährigen SPD-Bezirksbürgermeister des Berliner Problemstadtteils Neukölln. Buschkowsky wird in diesen Tagen sein Amt an eine Nachfolgerin übergeben. In einem aktuellen Interview knöpft er sich aber noch einmal die Startupszene seines Viertels vor.

Den Zustrom an jungen Unternehmen hält Buschkowsky demnach lediglich für „Feuerwerk“, für ein vorübergehendes Phänomen. „Wir in Neukölln sind nur eine Episode im Leben dieser jungen Gründer.“

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Seinem Gesprächspartner, dem Schriftsteller Peter Schneider, in dessen neuem Buch „An der Schönheit kann’s nicht liegen“ (Verlag Kiepenheuer & Witsch) das Gespräch erscheint, sagt der Politiker: „Ich weiß wirklich nicht, worauf sich Ihre These stützt, dass Neukölln einen Aufschwung macht.“

Tatsächlich seien in den vergangenen Jahren mehr und mehr Galerien, Bars und Jungunternehmen in den Stadtteil gekommen. Aber: „Diese netten Anfänge sagen so gut wie nichts über die Entwicklung von Neukölln aus. Ich sage immer, solange die Erdgeschosse nicht durchwachsen in den vierten Stock, so lange bleibt alles eine Episode.“ Die hippen Geschäfte besetzten zwar die Straßenebene, kaum ein Gründer werde aber sesshaft in den oberen Stockwerken.

Buschkowskys mutloses Fazit: Die Gründer seien „weder in der Lage noch in der Stimmung, ein neues Neukölln zu schaffen. Wenn Sie die fragen, hören Sie, dass die meisten erst seit fünf bis acht Monaten hier sind. Sie werden nach spätestens fünf Jahren, viele schon nach zwei Jahren, wieder gehen.“

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