HelloFresh-Gründer Dominik Richter

Die vergangenen Monate waren eine schwierige Zeit für Tech-Unternehmen, die an die Börse streben. Mehrere sagten ihren Börsengang erst einmal ab, etwa der Streaming-Dienst Deezer. Der Druck auf mögliche Börsenkandidaten wächst mit jedem Monat. So wird der Uber-Chef Travis Kalanick immer wieder gefragt, wann es denn nun soweit sein: „Ein bis zehn Jahre“ könnte es dauern, sagte er kürzlich auf einem Berlin-Besuch.

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Auch das Kochboxen-Startup HelloFresh wird regelmäßig auf das Thema angesprochen. Das Rocket-Venture hatte ebenfalls im vergangenen November seinen IPO erst einmal auf Eis gelegt. Vor wenigen Monaten gab es der HelloFresh-Chef Dominik Richter gegenüber der Wirtschaftswoche noch schmallippig: Es gebe die Börsenpläne noch, aber das Startup warte auf „bessere Bedingungen“.

Nun hat sich Richter ebenfalls in der WiWo etwas konkreter geäußert. „Auf Sicht von ein bis zwei Jahren wollen wir diesen Schritt gehen“, sagte er dem Magazin. Und als Börsenstandort käme durchaus die USA infrage: „Ein US-Listing wäre möglich, es ist aber nicht unser primärer Fokus.“

Hintergrund der Standortfrage: Das Geschäft in Amerika laufe besonders gut. „Wir sind in den USA innerhalb von 18 Monaten von null auf einen dreistelligen Millionenumsatz gekommen“, sagte Richter. In dem Thema sei kein anderes europäisches Land gewachsen. Aktuell plane das Unternehmen den Schritt nach Kanada. „Fast täglich“ würde es Kundenanfragen aus dem Nachbarland geben. Erst einmal will sich das Startup auf die Provinz Ontario und der Stadt Toronto fokussieren.

Bild: Rocket Internet