So schnell es geht expandieren, Wachstum um jeden Preis: Das war seit dem Start im April 2014 die Devise der Putzkraftvermittlung Helpling. Mehr als 56 Millionen Euro hat das von Rocket Internet gestartete Unternehmen dafür von bedeutenden Investoren eingesammelt.

Gegeizt wurde bei Helpling dementsprechend nie: Innerhalb von 18 Monaten stellte das Startup hunderte Mitarbeiter ein, in 14 Ländern wurde gelauncht, dazu erfolgreiche Wettbewerber wie CleanAgents aus Berlin oder Hassle aus London übernommen. Von vorsichtigem Wachstum hält Rocket-Chef Oliver Samwer bekanntermaßen nichts.

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Doch nun muss das Berliner Unternehmen den Rotstift ansetzen: Nach Gründerszene-Informationen hat Helpling am Mittwoch fast 20 Prozent seiner Mitarbeiter gekündigt. Das Unternehmen bestätigt die Zahl. Helpling schrumpfe damit von etwa 360 auf unter 300 Mitarbeiter, sagte Gründer Benedikt Franke auf Nachfrage.

Aus vier Ländern zieht sich Helpling zudem wieder zurück: aus Brasilien, Schweden, Spanien und Kanada. Von den Entlassungen sind jedoch alle Bereiche betroffen: „Die Restrukturierung betrifft nicht nur Mitarbeiter aus den jeweiligen Ländern, sondern aus der gesamten Organisation“, sagte Franke.

Was ist der Hintergrund der Entlassungswelle? „Das ist eine natürliche Entwicklung nach einer Phase des rasanten Wachstums“, begründet Franke die Entscheidung. „Der Fokus auf die vielversprechendsten Märkte dient dem Ziel, unser Business nachhaltig profitabel aufzubauen und unsere Mittel so effizient wie möglich zu verwenden.“

Die naheliegende Vermutung, dass das Helpling-Geschäft in den geschlossen Ländern einfach nicht funktioniert hat, weist Franke von sich: „Es gibt kein Land, in dem das Business-Modell nicht funktioniert.“ Das Unternehmen sei weiterhin auf Wachstumskurs und habe „keine Liquiditätsengpässe“.

Bild: Helpling