Die Helpling-Gründer Benedikt Franke (links) und Philip Huffmann mit Rocket-CEO Oliver Samwer (Mitte)

Die Putzkraft-Vermittlung Helpling drückt weiter aufs Gas: Das Rocket-Startup expandiert nach Singapur, Australien sowie in die Vereinigten Arabischen Emirate. In Australien stellt Helpling sein Unternehmen selbst auf, in Singapur hingegen hat das Berliner Startup den Wettbewerber Spickify für einen unbekannten Betrag übernommen. Das Unternehmen wird in Helpling umbenannt, Gründer und CEO Hoe Yeen Tack wird weiterhin das lokale Team leiten.

„Singapur, die Vereinigten Arabischen Emirate und Australien teilen drei Gemeinsamkeiten, die hervorragende Voraussetzungen für unser Geschäftsmodell bieten“, meint Gründer Benedikt Franke. „Kundenservice ist den Verbrauchern sehr wichtig, es gibt eine hohe Bereitschaft für haushaltsnahe Dienstleistungen, und das mobile Einkaufen auf Smartphones und Tablets ist nahezu eine Selbstverständlichkeit.“

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In den Vereinigten Arabischen Emiraten wird Helpling mit lokalen Reinigungsunternehmen zusammenarbeiten – und zwar nur mit solchen, die laut Tagesspiegel einen Verhaltenskodex unterschrieben haben. Dieser schließe einen Neun-Stunden-Tag, eine Unfall- und Krankenversicherung sowie eine garantierte Mindestvergütung ein. In den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie in weiteren potenziellen Märkten wie Saudi-Arabien und Katar komme es immer wieder zu Problemen mit Misshandlungen und Ausbeutung insbesondere von Gastarbeiterinnen. Mit den durch den Verhaltenskodex gesetzten Standards sollen die Rechte der Arbeitnehmer geschützt werden.

Nach Unternehmensangaben ist Helpling elf Monate nach dem Start bereits in mehr als 200 Städten weltweit aktiv. Mit insgesamt 5.000 Reinigungskräften arbeiten in jeder Stadt im Schnitt nicht einmal 25 Reinigungskräfte. Gerade in Berlin dürften es jedoch deutlich mehr sein. Nach eigenen Angaben hat Helpling schon mehr als 50.000 Haushalte bedient.

Zwei Drittel der 250 Mitarbeiter arbeiten von der Zentrale in Berlin-Mitte aus. „Darüber hinaus haben wir in allen Ländern lokale Teams, die beispielsweise das Offline-Marketing und die Geschäftsentwicklung vor Ort vorantreiben“, sagt Franke gegenüber Gründerszene.

Auch in diesem Jahr will Helpling weiter wachsen: „Unser Fokus liegt für 2015 auf der lokalen Expansion“, so Franke. „Das schließt natürlich nicht aus, dass wir uns weiterhin Märkte anschauen, die für uns interessant sein könnten.“ Auch auf die Nachfrage, ob Helpling weitere Player übernehmen möchte, lässt Franke alles offen: „Wir konzentrieren uns darauf, organisch zu wachsen. Natürlich beobachten wir aber auch ganz genau den Wettbewerb und schließen dabei prinzipiell keine Option aus.“

Helpling wurde im April 2014 von Benedikt Franke und Philip Huffmann mit Unterstützung von Rocket Internet gegründet. Seitdem prescht das Startup, das in Deutschland beispielsweise mit Book A Tiger konkurriert, auch mit Unterstützung von Oliver Samwer in den Markt. Im Dezember konnte Helpling 13,5 Millionen Euro in der Serie-A-Finanzierung einsammeln. Wenig Tage später wurde zudem bekannt, dass weitere 20 Millionen Euro in das Startup geflossen sein sollen.

Bild: Helpling