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Die Helpling-Gründer Philip Huffmann und Benedikt Franke (rechts)

Vor ein paar Wochen machte das Rocket-Startup Helpling öffentlich, dass es sein Geschäftsmodell erweitern will – jetzt bekommt die Reinigungsplattform frisches Kapital dafür. Zehn Millionen Euro habe man von den bisherigen Investoren erhalten, verkündet das Unternehmen am Donnerstagmorgen. Insgesamt habe es damit seit der Gründung 67 Millionen Euro an Wagniskapital erhalten.

Zuletzt erhielt Helpling im Frühjahr 2015 bei einer Finanzierung 43 Millionen Euro, wenig später folgten allerdings Restrukturierungen. Gestartet hatten Benedikt Franke und Philip Huffmann das Venture bereits 2014 in Berlin unter dem Dach von Rocket Internet. Ein großer Teil des bisher erhaltenen Risikokapitals stammt von der Startup-Schmiede selbst. Zu den Investoren gehören neben Rocket beispielsweise auch Mangrove Capital, Lakestar, APACIG und Accel. Ob alle bisherigen Geldgeber oder nur ein paar an der aktuellen Runde beteiligt sind und wer sie anführt, lässt das Startup auf Anfrage von Gründerszene offen.

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Neue Strategie für einen umkämpften Markt

Lange Zeit vermittelte Helpling die Dienste selbstständiger Putzkräfte an Privatkunden – doch der Markt ist schwierig. Größter deutscher Konkurrent ist das ebenfalls in Berlin ansässige Startup Book A Tiger, das mittlerweile auf festangestellte Reinigungskräfte und Bürodienstleistungen für Geschäftskunden setzt.  

Helpling dagegen richtet sich weiterhin vor allem an Endkunden und hält am Marktplatzmodell fest, hat allerdings seit Anfang des Jahres seine Dienste deutlich erweitert. Mittlerweile bietet es auch die Vermittlung anderer haushaltsnaher Services an – wie professionelle Fensterreinigung, Möbelaufbau, Teppichreinigung, Entrümpelung oder Malerarbeiten. Im Januar hieß es vom Unternehmen, dass es dafür mit 150 „Partnern“ in 15 verschiedenen Städten Deutschlands zusammenarbeite.

Mit den neuen Geschäftsbereichen bekommt die Firma aber auch neue Konkurrenz – und zwar von Startups, die es auf die gleiche Kundengruppe abgesehen haben: Über MyHammer können Kunden sich Angebote von Handwerkern einholen, auch Homebell, Renovago oder Renovinga bieten ähnliche Dienste an.

Der Fokus liegt auf bestehenden Märkten

Das frische Kapital dürfte den Helpling-Gründern sehr gelegen kommen, um sich am Markt weiter zu etablieren. Mit dem zusätzlichen Investment soll der Roll-Out der haushaltsnahen Dienste in den bestehenden Märkten verstärkt werden, heißt es von dem Startup. Die Erschließung neuer Märkte stünde derzeit nicht im Fokus. 

Aktuell ist Helpling nach eigenen Angaben in neun Ländern aktiv: in Australien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Irland, Italien, Niederlande, Singapur und in den Vereinigten Arabischen Emiraten.

„Das zusätzliche Investment ist für uns ein wichtiger Schritt, um Helpling als Marktplatz rund um das Thema Haushalt weiterzuentwickeln und damit die führende Marke für Kunden und Dienstleister zu schaffen“, lässt sich Gründer Franke zitieren. Er kündigt an: „Mit unserem Kerngeschäft, der Vermittlung privater Wohnungsreinigungen, sind wir auf dem besten Weg, bereits innerhalb des nächsten Jahres die Profitabilität zu erreichen.“

Bild: Helpling