helpling clean agents

Shake it, baby! Die Helpling-Gründer Benedikt Franke (links) und Philip Huffmann haben gut lachen

Warum langsam expandieren, wenn es auch turboschnell geht? Als das Rocket-Startup Helpling vor einem Jahr an den Start ging, klang das Putzkraftportal zwar nach einem ambitionierten Projekt, aber niemand hätte wohl damals gedacht, dass Helpling so aggressiv den Markt aufrollen würde: Mittlerweile ist das Startup in mehr als 200 Städten in zwölf Ländern verfügbar, es beschäftigt 250 Mitarbeiter und vermittelt 5.000 Reinigungskräfte weltweit.

Bereits im letzten Jahr machte Helpling mit großen Finanzierungsrunden auf sich aufmerksam: Anfang Dezember gab das Startup eine Finanzierung über 13,5 Millionen Euro bekannt. Wenige Tage später berichtete Gründerszene, dass Helpling weitere 20 Millionen Euro einsammeln konnte.

Wie jetzt offiziell bekannt wurde, kamen in den vergangenen Monaten noch einmal 23 Millionen Euro hinzu. Damit beläuft sich die zweite Finanzierungsrunde auf insgesamt 43 Millionen Euro.

Als Investor neu an Bord ist demnach Lakestar, die Beteiligungsgesellschaft des deutschen Star-Investors Klaus Hommels, die kürzlich auch bei Marley Spoon eingestiegen ist. „Lakestar hat bereits viel Erfahrung mit Investitionen in weltweit führende Marktplätze“, sagt Henrik Persson, Partner bei Lakestar. „Wir sind sowohl von Helplings Team als auch von dem rasanten Wachstum sehr beeindruckt.“

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Neben Lakestar zählt auch der russisch-europäische VC Kite Ventures zu den neuen Investoren. Zudem zogen die Altinvestoren Rocket Internet sowie Spreadshirt-Gründer Lukasz Gadowski, der im Oktober bei Helpling eingestiegen war, nach. Weitere Investoren wollte Helpling nicht nennen.

Das klingt alles gigantisch, doch wer sich die Zahlen genau anschaut, erkennt schnell, dass Helpling pro Stadt durchschnittlich 25 Reinigungskräfte beschäftigt. Außerdem kommuniziert Helpling offiziell, dass bereits in 50.000 Haushalten geputzt wurde. Im Schnitt hat also jeder der rund 5.000 Reinigungskräfte gerade einmal zehn Wohnungen oder Häuser von innen gesehen.

Unter den zwölf Ländern, in denen Helpling aktuell operiert, dürfte der Fokus immer noch auf Deutschland liegen: Wie es auf der Internetseite des Unternehmens heißt, erhält Helpling „deutschlandweit täglich viele hundert Auftragsanfragen“. 180 der 250 Mitarbeiter sind in der Zentrale in Berlin beschäftigt, die restlichen arbeiten in einem der zwölf Länderbüros. Helpling operiert in Australien, Österreich, Brasilien, Kanada, Frankreich, Deutschland, Italien, Niederlande, Singapur, Spanien, Schweden und in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Nach eigenen Angaben ist Helpling auf drei Kontinenten Marktführer: in Europa, Australien und sogar in Südamerika, obwohl das Startup dort nur in Brasilien operiert.

Um die Marktführerschaft in Deutschland zu sichern, setzt Helpling derzeit auf viele Marketing-Kanäle: In Berlin hängen große Plakate, Radiosender wie Radio Energy verlosen kostenlose Reinigungsstunden und Promotion-Mitarbeiter verteilen Flyer auf den Straßen.

Mit den insgesamt 56,5 Millionen Euro, die das Startup bisher eingesammelt hat, dürfe Helpling sein nationales und internationales Geschäft schnell ausbauen können und Wettbewerbern wie Book A Tiger noch einmal enteilen. Wie Gründer Benedikt Franke im Gespräch mit Gründerszene sagte, will Helpling das eingesammelte Kapital vor allem in die Technologie investieren und dafür das IT-Team vergrößern. Die Expansion in weitere Länder stehe nicht im Fokus, zunächst sollten die Länder, in denen Helpling bisher operiert, ausgebaut werden.


Übersicht: Die wichtigsten Finanzierungsrunden der vergangenen Monate
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Erst im Januar konnte Westwing 25 Millionen Euro einsammeln. Im April gingen noch mal 30 Millionen an den Möbelshop. Das Geld kommt unter anderem vom Berlusconi-Clan. Im Bild: Die Westwing-Gründer Stefan Smalla und Delia Fischer; Quelle: Westwing

Bild: Helpling