Bfab-Gründerteam Pawel Netreba, Raeesa Sya und Sergey Gaydar (von links)

Die Geschichte von Pawel Netreba ist ziemlich alltäglich, erst einmal jedenfalls. Vor einem Jahr hat er die Plattform Bfab gegründet, auf der sich Termine für den Wellness-Salon oder Frisör online buchen lassen. Dafür gab es eine Finanzierung. So weit, so vorhersehbar. Doch zwei Dinge machen die Geschichte durchaus interessant: Der Gründer ist in Kuala Lumpur gestartet und konnte den bekannten Silicon-Valley-Wagniskapitalgeber 500 Startups von seiner Idee überzeugen.

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Los ging alles an der Business-School HHL in Leipzig. Dort studierte Netreba und durchlief anschließend eine Berufs-Odyssee um die halbe Welt: Er bekam einen ersten Job als Berater für russische Staatsunternehmen, dann ging es ins Samwer-Imperium – dort leitete er das Foodpanda-Geschäft in Russland, der Ukraine, Kazakhstan, Georgien und Azerbaijan. Nach einer „für Rocket Internet historischen Übernahme von Delivery Club in Russland“  – wie er selbst sagt – ging es für den Manager weiter. Mehrere tausend Kilometer entfernt sollte er die nächste Übernahme für Rocket in die Wege leiten, erzählt Netreba. Dieses Mal in Malaysia. Er entschied sich zu bleiben und zu gründen.

Gute Marktgröße und ein günstiges Leben

Die äußeren Umstände schienen perfekt: Er kannte die Hauptstadt Kuala Lumpur durch seine Zeit bei Foodpanda, zudem bietet die Metropole im Großraum mit fast acht Millionen Einwohnern eine gute Marktgröße. Die Leute seien offen für neue Modelle, erklärt Gründer Netreba. Im Gegensatz zu anderen Märkten gebe es auch noch keinen großen Konkurrenten. In mehreren Ländern ist beispielsweise das britische Treatwell und Vaniday von Rocket Internet unterwegs. Hinzu kommen ein günstiges Leben und niedrige Löhne so fernab der Heimat.

HHL-Alumni, die Startups gründeten

Das Funding in Südostasien lief alles andere als gewöhnlich ab, berichtet der HHL-Alumnus. Nachdem der Kontakt zu dem 500-Startups-Investor Khailee Ng auf einer Konferenz hergestellt wurde, überzeugte ihn Netreba per Whatsapp. Nicht nur die ganze Kommunikation sei über den Messenger gelaufen. Auch die Vereinbarungen mit allen Investoren wurden über einen Gruppen-Chat organisiert. „Crazy, aber wahr“, sagt Netreba.

Und so erhielt er im Anfang des Jahres von 500 Startups, KK Fund und Captii Ventures Geld. Die Summe verrät der Gründer allerdings nicht. Neuerdings schicke ihm sein Investor Khailee Ng am liebsten Voice Messages per Whatsapp, erzählt Netreba.

Mit Funding und 15 Mitarbeitern arbeitet der HHL-Gründer nun weiter an seinem Startup. Der Schritt in andere Märkte soll bald folgen. Und vielleicht verschlägt es Netreba dann mal wieder in ein anderes Land.

Bild: Bfab