Was Oliver Samwer für die WHU in Vallendar ist, ist Lukasz Gadowski für die HHL in Leipzig. Der Spreadshirt-Gründer, Team-Europe-Macher, Delivery-Hero-Investor und Gründerszene-Erfinder gehört zu den wichtigsten Personen der deutschen Startup-Szene. Er weckte den Gründergeist an seiner privaten Hochschule, die seit 2012 offiziell HHL Leipzig Graduate School of Management heißt. „Eigentlich begann alles mit dem Studenten Lukasz Gadowski. Der ist ein echter Unternehmer-Typ“, gibt HHL-Chef Andreas Pinkwart im Interview mit Gründerszene zu. „Dann kamen auch andere begeisterte Gründer. Zum Beispiel die Teams, die Trivago oder Mister Spex gegründet haben. Wir haben sie unterstützt, aber ganz wesentlich haben sie das aus eigenem Antrieb gemacht.“

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Dank der Erfolgsgeschichten von Spreadshirt, Trivago oder Mister Spex ist die HHL in den vergangenen Jahren zu einem international anerkannten Zentrum für Gründer geworden. Professoren der Uni beschäftigen sich gezielt mit dem Erfolg junger Unternehmen, mittlerweile stehen Kurse wie „Entwicklung von Business-Plänen“, „Innovationsmanagement“ oder „Entrepreneurship“ auf dem Plan. Auf ihrer Seite rechnet die Hochschule vor, dass mehr als 150 Startups von HHL-Absolventen auf den Weg gebracht worden seien, die rund 3.000 Jobs kreiert hätten. Zudem würden 50 Prozent der Studenten ihre Praktika bei Startups absolvieren.

Anders als die WHU bietet die HHL nur Master- und MBA-Programme an. Die genießen weltweit einen sehr guten Ruf – zumindest, wenn man diversen Hochschul-Rankings Glauben schenken mag. So wählte die Financial Times das Vollzeit-Masterprogramm der HHL „Master of Management“ auf den 17. Platz weltweit. In der Fächerkategorie E-Business schaffte es das Programm sogar auf den ersten Platz.

G Tipp – Lesenswert bei Gründerszene Pinkwart-Interview: „Deutschland hat die Fähigkeit, Dinge auf die Straße zu bringen“

Für die ausgezeichneten Programme der HHL müssen Bewerber allerdings viel Kleingeld übrig haben, die reichen Eltern anpumpen oder, zumindest beim MBA, auf die Großzügigkeit des Arbeitgebers spekulieren. Der zweijährige Master im Management kostet beispielsweise 25.000 Euro, das normale MBA-Programm 29.000 Euro, der Global Executive MBA sogar 41.000 Euro. Allerdings gebe es ausreichend Stipendien, versichert ein Sprecher im Gespräch. So könnten sich angehende Gründer mit ihrer Idee für ein Programm bewerben und dafür ein Gründerstipendium bekommen.

Für die Absolventen, die nach ihrem Abschluss ein erfolgreiches Startup gegründet haben, dürften sich die hohen Gebühren ohnehin gelohnt haben. Wir stellen in unserer Übersicht 29 Gründer vor, die an der HHL studiert haben.

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Die Gründerinnen von Kisura, Linh Nguyen (rechts) und Tanja Bogumil (links), studierten ebenfalls an der HHL. Im April 2013 starteten sie den Curated-Shopping-Dienst für Frauen in Berlin. Ihr Startup erhielt Geld von Kiveda-CEO Michael Börnicke, Brilliant Heights, Gary Lin, der IBB und zwei Business Angels. Kisura verweist aktuell auf 100.000 Kundinnen und 40 Mitarbeiter. Bild: Kisura

Bild: HHL; Mitarbeit: Georg Räth