20090728_deal_united_logo

Das Münchener Ecommerce-StartUp deal united hat eine Finanzierungsrunde mit Geldern vom High-Tech Gründerfonds und von sympasis innovation capital abgeschlossen. Deal united wurde Ende 2007 als deutsches Copycat des US-Portals Trialpay gegründet und generiert durch werbefinanzierte Incentivierungen Konversionssteigerungen.


Das System funktioniert so, dass wenn ein Surfer die Website eines Onlinehändlers ohne Kauf verlässt, unterbreitet deal united dem potentiellen Kunden als Angebot, dass er das Produkt oder den Service, für den er aktuell Interesse gezeigt hat, kostenlos erhalten kann, wenn er stattdessen bei einem Partner von deal united einkauft. Der Onlinehändler profitiert, da das kostenlose Produkt durch Werbegelder des deal united-Partners refinanziert wird und dieser Service für den Onlinehändler komplett kostenlos ist. Derzeit gehören Marken wie OTTO, Fonic oder mytoys zum Partnernetzwerk von deal united.

deal united zeichnet aus, dass es in Deutschland sowie in ganz Europa das erste Unternehmen ist, dass dieses neuartige Geschäftsmodell anbietet, bei dem es Onlinehändlern die Möglichkeit gibt, ihren Umsatz und ihre Konversionsraten zu erhöhen, indem sie kostenlose Produkte anbieten. Neben Kunden aus dem deutschsprachigen Markt offeriert deal united auch Onlineshoppern in Großbritannien, Frankreich, Italien und Spanien solche Deals.

Dementsprechend angetan ist man auch beim HTGF von der neuen Investition: „Wir sind vom Nutzen der Services von deal united überzeugt. Das innovative Angebot, durch das Kunden kostenlose Produkte erhalten können, hat im preissensitiven Onlinehandel sehr großes Potential“, meint Romy Schnelle, Investmentmanagerin des High-Tech-Gründerfonds. Die Gelder sollen dazu verwendet werden, international weiter zu wachsen: „Das Vertrauen solch erfahrener Investoren zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Das Kapital wollen wir in erster Linie dafür nutzen, die laufende Internationalisierung voranzutreiben“, erklärt Jarg Temme, CEO von deal united.

Neben der Vorreiterrolle in Europa und dem Umstand, dass man einen Markt mit großem Potential angestochen hat, ist das Team auch durchaus erfahren: Das Münchner Unternehmen wurde mit Unterstützung von FoundersLink (Interview mit Founderslink) gegründet und ist in der Führungsriege zurzeit mit drei Unternehmern besetzt. Allerdings ist die Finanzierung relativ klein ausgefallen – für gewöhnlich investiert der HTGF Summen um 500.000 Euro. So konnten (noch?) keine der typischen A-Runden VCs wie Earlybird, Wellington, Target oder Neuhaus Partners überzeugt werden. Als gute und interessante Ausrede könnte man aus Sicht von deal united hier sicher anführen, dass man während der Finanzierung im letzten Jahr von Trialpay – welche unter anderem durch Index Ventures in Europa finanziert werden – in den USA als Plagiat verklagt wurde. Die Klage konnte das deutsche Unternehmen abwehren, doch kostete dies viel Zeit und Energie. In der Zwischenzeit wollte niemand investieren und als das Ganze dann ausgestanden war, kam die Finanzkrise…