Thelen_Wischhusen

Ein Löwe ist baff: Investor Frank Thelen mit Co-Löwin Lencke Steiner

Es ist wieder soweit. Der TV-Sender Vox bringt junge Gründer und gerne jung gebliebene Investoren zusammen. Am 18. August 2015 startet die zweite Staffel von „Die Höhle der Löwen“, gesendet wird immer dienstags um 20:15. Elf neue Folgen hat der Sender produzieren lassen. Die Investorenriege bleibt zum ersten Durchgang unverändert: Jochen SchweizerLencke Steiner (früher Wischhusen), Frank ThelenVural Öger und Judith Williams entscheiden auch ab diesem August wieder über Erfolg und Misserfolg der teilnehmenden Startups.

Und was erwartet die Zuschauer in der zweiten Staffel? Der TV-Sender hält sich mit Details gewohnt bedeckt. Juror Frank Thelen, der die Show im Interview auf der Heureka-Bühne selbst als Startup bezeichnet hatte, verrät gegenüber Gründerszene so viel: „Ich denke die zweite Staffel ist eine gute 2.0 geworden. Alle Beteiligten haben dazu gelernt.“

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Nach der ersten Staffel hatte es mitunter Kritik an den Konditionen einiger Deals gegeben. Thelen dazu: „Die Show ist ein besonderes Format, in dem ich als Investor in sehr kurzer Zeit, in teilweise fremde ,Welten’ investiere. Dabei entstehen teilweise Deal-Strukturen die nach längerer Überlegung nicht ideal sind. Ich habe versucht, dies in der 2. Staffel besser zu machen und Deals im Nachhinein anders zu leben.“ Thelen selbst hatte sein Engagement bei MeineSpielzeugkiste nach der Show verdoppelt und zuletzt bei CrispyWallet noch einmal nachgelegt.

Das Format sieht der langjährige Szene-Kopf als Pionierarbeit an, bringe sie doch die Themen Startup, Gründen und Finanzierung an ein breites Publikum heran. Aber: „Auch eine 2.0 ist nicht perfekt, es gibt eine lange Wunschliste für 3.0.“ Generell seien die Startups der zweiten Staffel derweil deutlich stärker, verrät Thelen weiter. „Es ist wirklich beeindruckende Software- und Hardware-Technologie dabei.“ Aber die Unterhaltung komme nicht zu kurz. „Ich denke, ein gelungene Mischung.“

Eine Rollenverteilung á la „Good cop – bad cop“ gebe es übrigens nicht, erklärt der Juror noch. „Wäre cool, ist aber leider nicht so.“ Die Aufnahmetage seien für ihn sehr intensiv gewesen, bis zu zehn Startups stünden Thelen und seine Löwen-Kollegen pro Drehtag gegenüber. „Da bleibt, zumindest bei mir, wenig Zeit, um den Entertainment-Part aktiv zu steuern.“ Es werde in der zweiten Staffel mehr Deals von einzelnen Löwen oder Investments zu zweit geben, verrät Thelen weiter. „Es gibt auch wenige Deals, in denen drei Löwen wirklich effektiv unterstützen können.“

Übrigens: Wir durften bei den Dreharbeiten vor einigen Monaten zu Gast sein. Unsere Eindrücke davon könnt Ihr in Kürze auf Gründerszene lesen.

Das passierte in der ersten Staffel der Höhle der Löwen:

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Motzige Löwen, naive Gründer – Folge 1: Nach Schmusen war der Löwen-Jury nicht zumute. Sie teilte ordentlich aus und investierte nur sporadisch. Ein Fall für die Casting-Schublade? Bild: Vox.

Während das Vox-Format im vergangenen Jahr in Deutschland Neuland erschloss, ist die Höhle der Löwen längst nicht allein im Äther. In Österreich und auf Gründerszene lief im Frühjahr ein Konkurrenzformat: Die TV-Show „2 Minuten 2 Millionen“ funktioniert nach einem sehr ähnlichen Prinzip. Mit Kampf der Startups hat zudem das ZDF ein vergleichbares Format geschaffen.

Die erste Staffel im Schnelldurchlauf:

  • Startups wie CrispyWallet, BeliLuu, MusicWorks, MyLovesong oder HipTrips gingen finanzkräftiger aus der Show hervor. Der Deal des Startups Locca platzte wegen offener Fragen beim Quellcode und die Macher von MyCleaner konnten sich am Ende doch nicht mit Investorin Judith Williams anfreunden.
  • Zwischen 1,7 Millionen und zwei Millionen Zuschauer schalteten bei jeder Folge ein. Mit bis zu 9,7 Prozent Marktanteil war die „Höhle der Löwen“ für Vox-Verhältnisse ein voller Erfolg. Auch den TV-Experten scheint das Format gefallen zu haben: Die Sendung heimste sogar eine Nominierung für den Grimme-Preis in der Kategorie Unterhaltung ein.
  • Zwischen sechs und acht Startups bekam der Fernsehzuschauer in jeder Folge zu sehen. Das Schema war strikt: Für jeweils zwei Startups pro Folge gab es die erhoffte Kapitalspritze. Alle anderen gingen leer aus.
  • Etwas über 1,9 Millionen Euro versprachen die Investoren den 16 Unternehmen. Mindestens 525.000 Euro davon haben die Gründer allerdings nie erreicht, weil Deals platzten.
Bild: Vox