hufsy

Die Hufsy-Gründer Maria Flyvbjerg Bo und Rafal Lipinski

Mit 16 Jahren startete Maria Flyvbjerg Bo ihr erstes Unternehmen, einen Online-Shop für Accessoires. „Ich bin damals auf einen Trend aufgesprungen, besonders die Ketten aus ‚Sex and the City‘ waren angesagt“, sagt die heute 27-Jährige. Etwa zehn Jahre nach ihrem ersten Unternehmen und ein Studium später glaubt sie ein weiteres Hype-Thema entdeckt zu haben: Dieses Mal will sie ein Banking-Angebot für Startups aufbauen.

Anzeige
Gerade auf dem deutschen Markt buhlen gleich mehrere aussichtsreiche Anbieter um Freiberufler, Unternehmer und Startups als Kunden. Darunter das finnische Holvi und die Berliner Startups Kontist und Penta. Zudem hat das gehypte N26 erst vor wenigen Tagen einen Service für Freiberufler gestartet.

Und auch Hufsy – das Fintech von Maria Flyvbjerg Bo – hat es als Erstes auf den deutschen Markt abgesehen. Dafür gibt das dänische Unternehmen nun seine Partnerschaft mit der Solarisbank bekannt, die Berliner sind bereits Partner von Kontist und Penta. „Wie wären gerne in unserem Heimatmarkt Dänemark gestartet, allerdings haben wir dort keinen guten Banken-Partner gefunden“, sagt Flyvbjerg Bo.

„Es gibt genügend Platz für alle Player“

Von der Konkurrenz will sich die Gründerin nicht abschrecken lassen: „Es gibt genügend Platz für alle Player“, sagt sie. Jedes Fintech habe seinen speziellen Fokus. Zum Start soll dieser Fokus bei Hufsy darauf liegen, die Finanzen von Unternehmen zu analysieren und in einem Dashboard besonders übersichtlich darzustellen. Außerdem plant Hufsy mit einem Tool die Buchhaltung der Unternehmen zu erleichtern. Auch die anderen Anbieter schreiben sich diese Features auf die Fahnen.

Mit einem geplant langsamen Wachstum will Hufsy ab jetzt das Produkt weiterentwickeln, 300 Kunden visiert das Unternehmen bis Ende des Jahres an. „Uns sind treue Kunden wichtig, die unser Angebot aber auch tatsächlich verwenden – und sich nicht nur angemeldet haben“, sagt die Gründerin. Erst einmal wird das komplette Angebot kostenlos sein – zusammen mit den Kunden will das Startup später die Höhe der Gebühren erarbeiten.

Unterstützung gibt es von einem deutschen Szene-Kenner: der ehemalige CTO der Fidor-Bank, Frank Schwab, ist Vorsitzender des Aufsichtsrats – mit seinem Verständnis vom Markt soll er Hufsy beim Start helfen. Finanzielle Starthilfe hat das Unternehmen vom dänischen North-East Ventures erhalten, dem Risikokapitalgeber des Schmuckherstellers Pandora.

Der Kampf um die Kunden

Vor allem der Marketing-Kampf um die Unternehmenskunden aus dem Startup-Segment wird wahrscheinlich in den kommenden Monaten steigen. Die Herausforderung liegt darin, die Angebote bekannt zu machen. Hufsy will die Kunden durch Online-Marketing erreichen, aber auch auf Meetups in Berlin vertreten sein, drei Mitarbeiter sind bereits in Berlin – und auch mit dem restlichen Team, bestehend aus 14 Leuten, will die Gründerin möglichst oft aus Kopenhagen herfliegen.

Bild: Hufsy