Shareholderssqaretable

„Ich werde es auf eine Kampf ankommen lassen“

Auch mit knapp 80 lässt sich’s noch gut twittern. So gut sogar, dass Investor und Multimilliardär Carl Icahn es derzeit glänzend versteht, den US-Tech-Konzern Apple auf diesem Weg öffentlich unter Druck zu setzen. Die Motivation des Hedgefondsmanagers ist groß: 147 Milliarden US-Dollar an Barreserven hat der iKonzern mittlerweile angehäuft. An die will Icahn ran.

Dabei ging der gerne auf Konfrontation gepolte Investor äußerst clever vor. Erst kaufte er ein größeres Paket an Apple-Aktien und machte dies über den Kurznachrichtendienst öffentlich bekannt.

Seitdem heftet sich Icahn förmlich an die Fersen von Apple-CEO Tim Cook. Abendessen, Telefonate. All dies hält Icahn ebenfalls auf Twitter fest. Was bei den Treffen immer wieder im Vordergrund steht: die Barreserven, die Icahn per Aktienrückkauf an die Investoren – sich inklusive – verteilt sehen möchte.

Apple will aber nicht, zumindest nicht in dieser Höhe. Zunächst hatte das kalifornische Unternehmen bereits rund zehn Milliarden US-Dollar an die Investoren ausgeschüttet, 50 weitere Milliarden sollten folgen. Der Aktienkurs hat sich dabei allerdings längst nicht auf den Ausgangswert erholt. Seitdem hat Icahn den Druck weiter aufgebaut. Nun wies er über Twitter auf seine neue Webseite Shareholderssqaretable hin, auf der er einen offenen Brief an Tim Cook veröffentlicht. Gleichzeitig erhöht Icahn sein Apple-Investment auf nunmehr knapp 2,5 Milliarden US-Dollar.

Icahns Logik: Der 21 Milliarden schwere Hedgefondsmanager prognostiziert, mit dem Aktienrückkauf könnte der Apple-Kurs bald um 33 Prozent steigen – allein sein erstes Investment hatte das Papier merklich in die Höhe getrieben.

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Seiner Meinung nach sei Apple stark unterbewertet. „Der Vorstand hat eine Verantwortung, eine solche Gelegenheit zu erkennen und das Vermögen der Aktionäre zu vermehren“, schreibt Icahn.

Nicht allen gefällt das Vorgehen Icahns. Bill Gross, Gründer des größten Investmentfonds Pacific Investment Management Co (Pimco), fällt auf Icahns vermeintlichen Altruismus nicht rein und fordert, dass der sich lieber im Hintergrund für das Wohl der Branche einsetze. Auch Starinvestor Warren Buffet hatte sich hinter das Apple-Management gestellt.

Icahn indessen rüstet auf, offenbar bietet ihm Twitter doch nicht die erhoffte Aufmerksamkeit. In einer Fernsehsendung bei CNBC legte er mit seinem Angriff das Apple-Management noch einmal nach: Der Konzern habe kein Recht, den Anteilseignern die zusätzlichen, potenziellen Gewinne vorzuenthalten. Wenn Cook das nicht freiwillig einsehe, werde Icahn es auf einen Kampf ankommen lassen. Dabei lasse er sich von der Größe des Konzerns nicht abschrecken.

Bild: Shareholderssqaretable.com