Ikea Neu

Wer ein Ikea-Möbelhaus betritt, der landet fast unweigerlich am Hot-Dog-Stand oder bestellt sich eine Portion dampfende Köttbullar. So kommt fast jeder dritte Kunde nur vorbei, um bei Ikea zu essen. Der schwedische Möbelkonzern hat das Restaurantgeschäft lange als nebensächlich abgetan, doch die Konzernspitze denkt inzwischen laut darüber nach, eigene Ikea-Restaurants zu gründen, wie das US-Magazin Fast Company berichtet. 

„Als ich die Zahlen mit anderen Lebensmittelkonzernen verglichen habe, habe ich bemerkt, dass sie gar nicht so klein sind“, erklärt Ikea-Manager Michael La Cour. Dabei dienten die Speisen ursprünglich nur dazu, die Kunden länger im Möbelgeschäft zu halten, wie auch Gerd Diewald, Chef des Lebensmittelverkaufs in den US-Niederlassungen, gegenüber dem Magazin berichtet. Diewald sagt, dass es schwierig sei, mit hungrigen Kunden gute Geschäfte zu machen. Inzwischen hat sich viel getan: Die Verkaufsstände sind hochprofessionalisiert, vor allem in jüngster Zeit wurde viel Geld investiert, um den Verzehrbereich aufzuwerten.

In Deutschland gehört Ikea schon zu den größten Gastronomieketten

In den rund 600 US-Filialen gibt es neuerdings vegetarische Fleischbällchen, Familienbereiche mit großen Tischen und privaten Ecken, schreibt das Magazin Stern. Der Umsatz sei seitdem um acht Prozent gewachsen. In Deutschland gehört Ikea schon lange zu den zehn größten Gastronomieketten. Der Umsatz der Restaurants liegt nur knapp hinter dem der Sandwichkette Subway. Weltweit verkaufte das Unternehmen im vergangenen Jahr Essen für umgerechnet 1,7 Milliarden Euro.

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Bereits im vergangenen Jahr experimentierte Ikea mit sogenannten Pop-up-Restaurants in London, Paris und Oslo. Dabei handelte es sich um ein zeitlich begrenztes Projekt. „The Dining Club“ war halb Geschäft, halb Restaurant. Die Kunden konnten unter anderem Austern und Käsekuchen mit Beeren kaufen oder sich bekochen lassen. Wer besonders schnell war, konnte die gesamte Küche mieten und sich selbst am Herd versuchen.

Ikea wollte damit für eine neue Kundengruppe attraktiv werden und möglicherweise die Marktchancen für die eigenen Restaurants austesten. Instagram-Bilder zeigen, wie „The Dining Club“ aussah:

„Ich glaube fest daran, dass es Potential gibt“

Noch ist unklar, ob und wann sich die Ikea-Restaurants emanzipieren und zu einer eigenen Marke werden. Ikea-Manager La Cour ist zuversichtlich: „Ich glaube fest daran, dass es Potenzial gibt. Ich hoffe, dass die Kunden in ein paar Jahren sagen werden: ‚Ikea ist ein toller Ort, um Essen zu gehen, und nebenher verkaufen sie auch noch Möbel.’“

Dieser Artikel erschien zuerst auf Business Insider Deutschland.
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