Es hätte eine ernsthafte Konkurrenz für die jungen Makler-Startups werden können. Die Plattform ImmobilienScout24 startete einen „Komplett-Service für Vermieter“. Von den Wohnungsfotos und der Grundriss-Erstellung bis hin zur Besichtigung – alles ließ sich über das große Immobilienportal abwickeln. Für Preise von bis zu 499 Euro.

Der Makler-Service bot damit eine Alternative zu Startups wie McMakler. Der Hintergrund: Nach einer Gesetzesänderung im vergangenen Jahr sind verschiedene Makler-Plattformen gestartet. Denn künftig muss der Besteller eines Maklers – das ist meistens der Vermieter – dessen Kosten übernehmen. Aus diesem Grund verzichten jetzt viele Eigentümer auf einen Makler und organisieren die Neuvermietung über ein Startup (wir berichteten).

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Das neue ImmobilienScout24-Angebot schien auf den ersten Blick erfolgsversprechend, denn ein Teil der Leistungen laufen über die eigene, reichweitenstarke Plattform, etwa die Veröffentlichung der Wohnungsanzeige. Für das Angebot ist das Unternehmen eine Kooperation eingegangen, heißt es von ImmobilienScout24 gegenüber Gründerszene. „On-Geo hat ein bundesweites Netzwerk an Immobilienprofis, die Vor-Ort-Termine übernehmen.“ Der Partner aus München bietet normalerweise verschiedene Angebote rund um Immobilien an, wie eine Software zur Bewertung.

Kunden vermarkten ihre Immobilie selbst oder mit Makler

Nach eigenen Angaben startete das gemeinsame Angebot bereits im Februar 2015. Anfang des Jahres war es immer noch als „NEU“ gekennzeichnet. Erst kürzlich berichtete Deutsche Startups über das neue Angebot.

Nun ist wieder Schluss, wie ImmobilienScout24 mitteilt: „Nachdem der Anzeigenservice ein Jahr lang testweise in das Portal von ImmobilienScout24 integriert war, haben wir uns gemeinsam mit On-Geo darauf verständigt, die Zusammenarbeit mit Wirkung zum 1. März 2016 zu beenden.“ Die Erkenntnis: Die Kunden würden ihre Immobilie selbst oder mit einem „professionellen Makler“ vermarkten. Details zu dem überraschenden und schnellen Rückzug wollten beide Unternehmen nicht weiter preisgeben.

Vendomo, das Makler-Startup von Rocket Internet, hatte ebenfalls diesen Januar kurz nach dem Start aufgegeben.

So schlagen sich die Makler-Startups bislang (Angebote zum Stichtag):

Bild: Getty Images/Busà Photography