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Im Mai 2008 gestartet, geht es für die Immobiliensuchmaschine Immobilo (www.immobilo.de) wohl bald auf internationalen Wachstumskurs. Immobilo ist eine Immobilien-Suchmaschine und bietet für ganz Deutschland Wohnungen, Häuser und WGs aus einer Vielzahl von Quellen in einer einzigen, zusammengefassten Suche an. Die Gründer Christian Scherbel und Veit Mürz werden finanziell durch Rocket Internet, Holtzbrinck Ventures und den Verlag PDV Inter-Media Venture GmbH unterstützt. Im September 2009 konnte Gründerszene feststellen, dass es sich bei Immobilo auch um ein Samwer-Invest handelt.

Zur Funktionsweise von Immobilio

Immobilo generiert nicht selbst Content, sondern aggregiert diesen aus verschiedenen Quellen, so etwa den kooperierenden Immobilienportalen wie ImmobilienScout24, Immowelt, Immobilien.de oder 1A-Immobilienmarkt. Ein durchaus sinnvolles Vorgehen, wird der Markt derzeit doch von den drei Playern ImmobilienScout24 (Deutsche Telekom), Immowelt (Holtzbrinck) und Immonet (Axel Springer) dominiert, die nicht nur alle schon seit Jahren am Markt etabliert sind, sondern hinter denen sich jeweils auch potente Investoren verbergen. Eine eigene Immobilien-Seite aufzuziehen wäre herausfordernd, weshalb Immobilio auf Aggregation setzt.

Geld verdienen will Immobilo als Marketingkanal für die großen Immobilien-Portale, wobei sich das Berliner Unternehmen auf die Fahne schreibt, gut vorqualifizierte Nutzer zu liefern, die insofern einen besseren Traffic als über SEO bieten, weil sie gut konvertieren und viele Seiten des Angebots betrachten. Abgerechnet wird individuell, aber vor allem Leads stellen die präferierte Währung von Immobilo dar. Das Portal sei in der Lage, den großen Portalen durch andere Zielgruppen und die Möglichkeit zu kleinteiligeren Kooperationen (zum Beispiel mit Gemeinden und Universitäten) eine Ergänzung zu liefern, meint Gründer und Geschäftsführer Christian Scherbel.

Allerdings geben große Immobilien-Portale meist nur Auszüge ihres Contents weiter und nicht alle Anzeigen, um kein Parallelangebot zu schaffen. Es darf also davon ausgegangen werden, dass Immobilo nicht alle Angebote der großen deutschen Immobilien-Portale führt, aber eine sinnvolle Ergänzung für den Nutzer darstellen kann. Und einmal zum Vergleich: Das Suchinteresse an ImmobilienScout24 ist laut Double Click AdPlanner 287 mal höher als an Immobilio.

Immobilo geht wohl nach Frankreich und Schweden

Wie sich nun an Stellenanzeige für Schweden und für Frankreich erkennen lässt, expandiert das Berliner Unternehmen weiter auf dem europäischen Kontinent. In Frankreich hat sich der Markt für Immobilien-Portale aus der Zeitungswelt heraus in einen Amateur- und einen Profimarkt entwickelt, wobei Immobilier De Particulier A Particulier eher das Amateur-Segment bedient, während Groupe SeLoger als professionelle Webseite gelten kann, ist das Unternehmen doch auch börsengelistet und dominant im französischen Markt. Der drittgrößte Anbieter im französischen Segment ist Avendrealouer, sodass sich ähnliche viele Marktteilnehmer auf dem französischen Markt tummeln, wie auf dem deutschen. Der schwedische Markt ist freilich wesentlich kleiner und hat derzeit mit Hemnet einen Marktführer, der es auf rund eine Million Unique-User bringt. Ähnlich wie Immonet ist auch Hemnet aus einem Maklerverbund entstanden.

„Wir planen mit Immobilo zum Herbst zu expandieren, doch die finale Entscheidung, welches Land wir angehen, ist noch nicht gefallen“, kommentiert Christian Scherbel zu den Expansionsplänen von Immobilo. „Schweden und Frankreich bieten definitiv spannende Chancen, aber auch andere Märkte wie Großbritannien oder Spanien könnten theoretisch in Frage kommen.“ Da die Sommerzeit für Immobilien-Portale eher schwierig ist, wird die Entscheidung über die Expansion von Immobilo wohl zum Herbst 2010 fallen.

Während Immobilo.fr noch frei verfügbar ist (in Frankreich soll es einen Anbieter mit ähnlichem Namen gegeben haben, mit dem Immobilo verwechselt werden könnte), besteht unter Immobilo.se bereits ein schwedischer Blog, der aber schon das Favicon von Immobilo aufweist und wohl vor allem zu Zwecken der Suchmaschinenoptimierung an den Start gebracht wurde. Auch die entsprechenden Domains für die Schweiz und Österreich gehören bereits der Golden Immobilo GmbH und während die österreicher Domain auf das deutsche Angebot verweist, dürfen sich die Eidgenossen vielleicht bald auf eine eigene Version freuen, denn noch ist Immobilo.ch ohne Inhalte, verweist aber auch nicht auf das deutsche Angebot. Für Christian Scherbel gelten auch kleinere Märkte wie diese als spannend, wohin es letztlich aber geht, wird sich wohl erst im Herbst zeigen.

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