Inselberg

Matias Enghild, Falko Kremp und Nikolaus Andreewitch, Gründer von Inselberg

Die deutsche Agentur-Szene für Models ist klein und traditionell. Jeder kennt jeden, ohne Kontakte geht gar nichts. Agenturen wie Mega Models, Louisa Models oder Place Models sind auch international etabliert und kämpfen um die besten Kunden – und die schönsten Männer und Frauen.

Ein junges Startup aus Berlin versucht nun, diesen Markt aufzuwirbeln: Als „Europas erste digitale Buchungsplattform für Models, Darsteller und Influencer“, bezeichnen die Gründer von Inselberg ihre Idee. Anders als bei traditionellen Agenturen können Nutzer des Startups ohne Zwischenparteien direkt miteinander kommunizieren, um Aufträge zu vergeben. Ein Algorithmus soll dem Kunden dabei helfen, das passende Model finden.

Anzeige

Sticht die niedrige Provision die Konkurrenz aus?

Nun hat das Startup eine hohe sechsstellige Seed-Finanzierung erhalten. Der VC Fonds Kreativwirtschaft Berlin, der von der IBB Beteiligungsgesellschaft gestemmt wird, ein ehemaliger DAX-30-Finanzvorstand sowie internationale Business Angels, deren Namen nicht genannt werden, haben sich an der Runde beteiligt. Mit dem Geld will Inselberg das Team vergrößern und in weitere Länder expandieren.

Nach Aussagen von Inselberg zählen bisher rund 500 Models zum Portfolio. Kunden seien Werbeagenturen, Modelabels, aber auch E-Commerce-Unternehmen und Filmproduktionen. Das Startup verdient an der Vermittlungsprovision von rund zehn Prozent und sieht darin einen entscheidenden Vorteil gegenüber der Konkurrenz. Bei traditionellen Model-Agenturen liegt diese Provision häufig zwischen 20 und 30 Prozent, manchmal sogar höher.

Auftraggeber könnten Inselberg umgehen

Die große Herausforderung für Inselberg dürfte sein, das Geschäftsmodell schnell zu skalieren. Denn die Topmodels, die einen sehr hohen Stunden- oder Tagessatz bekommen und ihren Agenturen besonders viel Geld bringen, werden zunächst bei den großen Agenturen unter Vertrag bleiben, um von großen Kunden gebucht zu werden.

Sind die Tagessätze bei den Models von Inselberg also niedriger, sinkt auch die Provision. Das Startup muss dann regelmäßig viele Models und Influencer vermitteln, um seinen Umsatz schnell steigern zu können. 

Ein anderes Problem könnte sein, dass Auftraggeber und Models bei einer wiederholten Zusammenarbeit die Plattform umgehen. Oder die Auftraggeber Inselberg von vornherein ausschließen und die Models direkt über ihr Instagram-Profil oder andere Wege kontaktieren.

Bild: Inselberg