Tausende Follower und Likes – irgendetwas machen diese Unternehmen richtig. Nachdem wir gestern berichteten, wie Zalando Instagram nutzt, verrät heute das Berliner Startup Teatox seine Tricks.

Das Unternehmen für Beauty-Tee wurde erst vor einem Jahr von Felix Ilse und Michael Decker gegründet; auf Instagram hat Teatox aber bereits über 24.000 Follower. Auf Facebook sind es mit 10.000 hingegen noch deutlich weniger. Und auf Twitter folgen gerade einmal 281 Nutzer dem Account von Teatox.

Instagram ist demnach der wichtigste Social-Media-Kanal für das Unternehmen. Jenny Umney – aktuell eine von 18 Teatox-Mitarbeitern – ist derzeit für Instagram verantwortlich. Im Interview verrät sie uns ihre Tipps für einen erfolgreichen Instagram-Kanal.

Der Account:  teatox
Follower:  über 24.00
Posts:  822
Kommentare pro Post:  6 bis 7
Wachstum (vergangene 12 Wochen):  16,7 Prozent

 

Jenny, Ihr seid auf Instagram deutlich aktiver als beispielsweise auf Facebook. Wieso ist Instagram so wichtig für Euch?

Instagram ist ein wichtiges Tool zur Stärkung der Marke. Bei Instagram haben wir Möglichkeit als Startup unsere Identität zu kommunizieren und unseren Followern einen Eindruck zu vermitteln, was hinter Teatox steckt – nämlich nicht nur ein Unternehmen, das einfach Tee anbietet, sondern ein Unternehmen, das auch zu einem gesunden Lifestyle inspiriert und Input zu unseren drei Säulen Body, Mind und Soul bietet.

 

Mit welcher Taktik gewinnt Ihr auf Instagram Follower?

Wir gehen viele Kooperationen mit Instagram-Bloggern ein, die sich mit unseren Produkten identifizieren und ihre Follower über einen gesunden Lifestyle informieren. Wir versuchen eine relativ heterogene Gruppe an Kooperationspartnern zu finden, um eine hohe Reichweite und verschiedene Zielgruppen zu erreichen.

Was meinst Du mit heterogen?

Damit meine ich, dass wir mit Bloggern aus unterschiedlichen Bereichen – Food, Fashion, Fitness und Lifestyle – kooperieren. Unsere Kooperationen sind eine Win-Win-Situation: Die Blogger haben die Möglichkeit ihren Followern interessante Inhalte zu bieten und wir können diese Inhalte wieder verwenden, das heißt wir haben Content zum Posten. Wenn wir das Bild auf unserem Kanal teilen und die Blogger verlinken, können sowohl sie als auch wir neue Follower generieren. Interessant sind auch Gewinnspiele mit Influencern, die ihre Follower dazu animieren, an der Verlosung teilzunehmen und so unseren Produkte zusätzliche Aufmerksamkeit schenken.

Wie findet Ihr die passenden Blogger, die euer Produkt bewerben?

Wir bekommen sehr viele Anfragen von Bloggern, die mit uns kooperieren wollen. Wir gucken dann, welche zur Marke passen und was ihr thematischer Fokus ist. Außerdem halten wir immer Augen und Ohren offen, um gute Partner zu finden und schreiben diese dann an. Mittlerweile gibt es auch eine Funktion bei Instagram, die einem passende Blogger vorschlägt.

Was bekommen sie dafür? Nur den Tee oder auch Geld?

Wir konzentrieren uns primär auf Kooperationen mit Bloggern, die ein Interesse an unseren Produkten haben, um so unabhängige Meinungen zu bekommen. Sie bekommen Produkte von uns zugeschickt, die sie dann testen können, um sie mit ihrer Community zu teilen.


Das klingt nach einer Menge Arbeit. Wie viel Zeit und Personal kostet es Euch, den Kanal zu pflegen?

Der Instagram-Kanal wird derzeit hauptsächlich von mir betreut. Meine Aufgabe ist vor allem die Datenpflege – alle Anfragen zu Kooperation, akzeptierte Kooperationen sowie die Links zu den getätigten Posts der Blogger müssen dokumentiert werden, damit wir nicht den Überblick verlieren. Auch die Erstellung der Posts ist sehr zeitintensiv. Wir feuern dreimal täglich einen Post ab – wir dürfen unsere Follower schließlich nicht langweilen. Hier immer einen passenden parat zu haben, ist manchmal ganz schon viel Arbeit.

Welche Tools nutzt Ihr, um den Instagram-Kanal besser zu steuern?

Wir steuern und planen unsere Posts mit dem Tool Latergram. Schließlich sind die Zeiten der Posts nicht willkürlich gewählt – wir posten nur dann, wenn wir die beste und höchste Erreichbarkeit haben. Die Daten hierzu kann man in dem Tool Iconosquare finden.

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Wann ist für Euch die ideale Uhrzeit für einen Post?

Ziemlich früh morgens, zwischen 7 und 8 Uhr.

Woher kommen eigentlich die Bilder, die Ihr auf Instagram postet?

Bei den Bildern, die auf unserem Account zu sehen sind, handelt es sich primär um Reposts. Durch Kooperationen mit Bloggern bekommen wir eine Menge Content – sie bieten uns mit ihren Posts wunderbare Bilder unserer Produkte, die wir dann reposten können. Einige der Blogger arbeiten sehr eng mit uns zusammen und posten sogar mehrmals tolle Bilder. Viele geben sich unfassbar große Mühe mit der Darstellung der Produkte. Solche Kooperationen machen besonders großen Spaß, da hier der Kreativität und Phantasie der Blogger freien Lauf gelassen wird.

Und wie viele Bilder macht ihr selbst?

Rund zehn Prozent der Bilder in unserem Kanal produzieren wir selbst.

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Wie wirkt sich Instagram auf Eure Zahlen – beispielsweise Umsatz oder Kundenzuwachs – aus? Könnt Ihr das einschätzen?

Eine genaue Messung ist leider über Instagram nicht möglich. Jedoch haben wir feststellen können, dass Posts durch große und reichweitenstarke Influencer deutliche Peaks der Direct Visits bei Google Analytics zu erkennen waren. Dies ist nicht hunderprozentig bestimmbar, jedoch lässt sich durch einen Abgleich der Zeiträume darauf schließen. Manchmal posten wir auch Gutscheincodes ausschließlich über Instagram, um zu sehen, wie viele Kunden tatsächlich mit dem Code bei uns einkaufen. Zusammengefasst ist der Einfluss von Instagram absolut positiv.


Welche Tipps habt Ihr für andere Gründer, die Instagram nutzen?

Wie schon gesagt ist es unglaublich wichtig, dass regelmäßig Bilder gepostet werden. Nur so bekommen die Follower ständig Input, Ideen und Inspiration. Außerdem sind die beschriebenen Kooperationen mit Instagram-Influencern wichtig für den Aufbau eines Kanals. Und natürlich ist es irre wichtig, was überhaupt gepostet wird. Weil Instagram vor allem der Markenbildung dient, sollten die Inhalte immer zur Marke passen. Der Konsument muss klar erkennen können, was der Kern der Marke ist.

Vielen Dank für das Gespräch, Jenny.

Bild: Screenshot / Instagram