Bei der Internationalisierung eines StartUps spielen viele Faktoren eine Rolle. So bestimmen unter anderem die Internet-Penetration, die Kaufkraft, die Bezahlmethoden, potenzielle starke Partner oder Kunden in den einzelnen Ländern die Entscheidung. Ein interessantes Kriterium bei der Internationalisierung ist sicherlich die Sprache. Kaufkraft, Bezahlmethoden und Kunden lassen sich meist nach Ländern trennen, die Sprache macht aber nicht vor nationalen Grenzen halt. Welches sind nun die Sprachen, die im Netz am meisten „gesprochen“ werden?

Englisch ist mit zirka 450 Millionen Nutzern nach wie vor der unangefochtene Platzhirsch im Netz. Interessanter wird es aber auf den folgenden Plätzen: Chinesisch folgt mit über 320 Millionen Nutzern auf Platz 2 und wird Englisch wohl in den nächsten zwei bis drei Jahren vom ersten Platz verdrängen. Das rasante Internet-Wachstum in China trägt dazu bei, dass China (298 Millionen Nutzer Ende 2008) die USA (225 Millionen Nutzer Ende 2008) bereits im letzten Jahr bei der Anzahl der Nutzer deutlich überholt hat. Spanisch folgt auf Platz 3 und wird auch in den kommenden Jahren durch die steigende Internet-Penetration in Südamerika weiter stark wachsen.

Auf den weiteren Plätzen folgen Japanisch, Französisch, Portugiesisch, Deutsch und Arabisch. Insbesondere Portugiesisch (derzeit sind nur zirka ein Viertel der 190 Millionen Brasilianer im Netz) und Arabisch haben noch starkes Wachstumspotenzial und werden die „etablierten“ Sprachen bald überholen.

Die Grafik zeigt die Entwicklung der Sprachen im Netz von 2004 bis 2008. Dabei wird deutlich, dass die „westlichen“ Sprachen durch die stark steigende Internet-Penetration in den Entwicklungs- und Schwellenländern bereits heute in den Hintergrund rücken. Dies ist umso interessanter vor dem Hintergrund, dass viele asiatische Länder, die erst jetzt einen Internet-Boom erleben (zum Beispiel Indonesien), noch gar nicht in der Grafik auftauchen. Weitere Informationen zu den meist gesprochenen Sprachen auf jedem Kontinent liefert die Karte „Die Sprachen der Welt“.

Über den Autor:

Andreas Schroeter ist Gründer des Sprachportals bab.la. bab.la bietet Online-Wörterbücher und weitere Sprachlernprodukte in 13 Sprachen an und kombiniert dies mit dem Wiki-Ansatz. bab.la verschickt die „Sprachen der Welt“-Karte als Poster an 500 Interessierte. Wer sich sein kostenloses Poster sichern möchte, klickt hier.