intershop startups seed initiative

Der Jentower, Hauptsitz von Intershop in Jena

Intershop will auf Startups zugehen

Der E-Commerce-Pionier Intershop will über 20 Jahre nach der eigenen Gründung wieder näher an Startups heranrücken. Dafür startet der 1992 unter anderem von Stephan Schambach gegründete Softwarehersteller eine „Seed-Initiative“, mit der junge Digitalunternehmen gefördert werden sollen und das Unternehmen aus Jena gleichzeitig neue Impulse bekommen soll.

Intershop war um das Jahr 2000 herum einer der Stars des Dotcom-Booms und wurde bis 2004 sogar an der US-Techbörse Nasdaq gelistet. Die Intershop-Aktie, die zwischendurch bei über 2.000 Euro notierte, fiel im Zuge des Crashs auf unter einen Euro. Heute hat das Unternehmen wieder 530 Mitarbeiter, zu den Kunden zählen HP, BMW, Bosch oder die Deutsche Telekom.

Erst kürzlich war bekannt geworden, dass die Marketing- und Vertriebsabteilungen von Intershop künftig von Berlin aus operieren sollen. Hier wird auch das neue „Innovation Lab“ angesiedelt, wo drei Mitarbeiter die Startup-Initiative des Unternehmens steuern. Die Idee: Startups mit Produkten oder Services aus dem Bereich E-Commerce sollen mit Intershop Kooperationen eingehen.

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„Wir wollen Startups den Marktzugang und Vertriebspartnerschaften ermöglichen, um das Henne-Ei-Problem für Referenzen zu umgehen“, erklärt Lars Schickner, der das Programm leitet. „Auf der anderen Seite verlangen unsere Kunden immer mehr Lösungen, die das Kernprodukt ergänzen.“ Daher gehe es für Intershop ganz klar „auch um Impulse von außen“.

Als erstes Beispiel präsentiert das Unternehmen eine Kooperation mit dem Hamburger Startup Picalike. Die Bilderkennungssoftware des Startups ist in eine gemeinsame Visual-Commerce-Lösung integriert worden: Nutzer können Produkte mit dem Smartphone einscannen und somit ähnliche Produkte in Onlineshops finden.

Das Programm eignet sich laut Schickner nicht für Startups, die noch ganz am Anfang stehen: „Wir fokussieren uns auf Ideen, die den Proof of Concept schon hinter sich haben.“

Intershop will dabei keine Anteile von Startups nehmen. „Wir wollen uns im ersten Schritt nicht finanziell beteiligen. Das können andere besser“, erklärt Intershop-CEO Jochen Moll. Er wolle allerdings „nicht ausschließen, dass wir akquirieren werden“. Was Intershop den Startups biete, seien vor allem das persönliche Netzwerk und Kundenbeziehungen. „Wir sind gespannt, wie sich das weiterentwickeln wird.“

Der Plan von Programmleiter Schickner: Bis Ende 2014 will er insgesamt sieben Partnerschaften an Land gezogen haben.

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