Maik Erns ist CTO von Auxmoney

Was bedeutet eigentlich der Jobtitel und welche Aufgaben verbergen sich dahinter? In unserer Serie stellen wir euch spannende Jobs der Startup- und Digital-Welt vor. Heute begleiten wir eine der wichtigsten Positionen eines jeden Startups, den Chief Technical Officer, kurz CTO.

Chief-Technical-Officer, kurz CTO, hat die Macht. Zumindest in digitalen Unternehmen. Zusammen mit seinem Team sorgen er dafür, dass die Webseite funktioniert, die App in dem Store landen und Kunden die Produkte problemlos online kaufen, abonnieren oder herunterladen können. Als Teil der Geschäftsführung ist er die Schnittstelle zwischen Management und technischer Abteilung. Ohne ihre Hilfe wären viele Startups nicht mehr als eine gute Idee.

Maik Ernst (41), CTO des Düsseldorfer Fintech-Unternehmens Auxmoney, erklärt uns, was er als CTO können muss – und wie ein typischer Tag bei ihm aussieht.

Maik, was sind deine Aufgaben?

Als CTO bei Auxmoney bin ich für drei Bereiche verantwortlich: Für die Entwicklung unseres Produkts, also Programmierung, für die Hardware intern und für die Infrastruktur unserer

Anzeige
Webserver. Das sind recht unterschiedliche Aufgabenfelder und natürlich bin ich nicht in all diesen Gebieten ein Fachmann. Aber zum Glück gehört zu jedem Bereich ein Team mit Leuten, die in ihrem Bereich Profis sind. Bei mir laufen praktisch die Fäden zusammen.

Welche Eigenschaften sollte man als CTO mitbringen?

Ein hohes Maß an technischem Verständnis ist auf jeden Fall nötig. Man sollte wenigstens ein technisches Steckenpferd haben, aber auch über andere Bereiche etwas Bescheid wissen. Zudem ist es wichtig, bereits Arbeitserfahrung zu haben. Die Stelle ist nix für einen Uniabsolventen, da fehlt einfach die Praxis. Dazu gehört zum Beispiel auch die soziale Kompetenz, schließlich hat man ein Team zu managen und unterschiedliche Meinungen einzubinden.


So sieht der Arbeitstag von Maik Ernst in Bildern aus:

Zur Galerie

Das ist mein Schreibtisch in unserem „neuen“ Trakt. Diesen Teil des Office gibt es erst seit 2015. Hier verbringe ich meine Arbeitszeit, wenn ich nicht gerade in Meetings bin.


Was hast du vorher beruflich gemacht? Hat dir das etwas für deine Position als CTO gebracht?

Vor Auxmoney war ich Geschäftsführer und CTO einer IT GmbH mit zwei Standorten. Einem in Atlanta und einem in Düsseldorf. Ich haben damals viel in Asien und Nordamerika gearbeitet. Mitgenommen aus der Zeit habe ich die Erkenntnis, dass man wirklich nur mit sehr viel Einsatz und Beharrlichkeit seine Ziele erreicht.

Anzeige
Ich hatte zum Beispiel ein Projekt in der Nähe von Hongkong, bei dem ich ein von uns entwickeltes Scansystem in einer Fabrik mit rund 500 chinesischen Schneidern einführen musste. Hätte ich da gleich aufgegeben, wäre das Projekt gescheitert. So habe ich nach etwa einem Monat alle Arbeiter überzeugt. Soweit ich weiß funktioniert die Lösung heute noch.

Was lernt man erst, wenn man als CTO arbeitet?

Vor allem: Alleine Entscheidungen zu treffen. Manchmal müssen Entscheidungen einfach realisiert werden, ohne jedes Detail mit den anderen C-Level-Leuten abzuklären. Das würde sonst die Organisation lahm legen.

Mit wem arbeitest du zusammen?

Mit den Leuten aus den drei Abteilungen Programmierung, Hardware und Server. Jedes Team hat einen Chef, mit dem ich meistens im Austausch bin. Wir haben flache Hierarchien, von daher bin ich auch oft direkt mit den Teams in Kontakt. Und natürlich arbeite ich mit allen C-Level-Leuten zusammen, also CEO, COO, CMO, CFO.

Was ist toll an deinem Job?

Es ist super, aktiv an der Ausrichtung und den Entwicklungen des Unternehmens teilhaben zu können. Zudem ist es toll mit einem agilen Team zusammenzuarbeiten. Die Programmierer sitzen bei uns zusammen an einem Tisch. So kann man Projekte schneller gemeinsam umsetzen.

Und was nervt manchmal?

Ich finde es schade, dass ich weniger im operativen Geschäft tätig bin. Es bleibt oft nur noch wenig Zeit für das Programmieren.

Bild: Maik Ernst