Gerald Asamoah beim Bitkom Trendkongress am Dienstag in Berlin

Gerald Asamoah beim Bitkom-Trendkongress in Berlin

Fußballer Gerald Asamoah über seine App Bside-Me

Über 15 Jahre spielte Gerald Asamoah für den FC Schalke 04, Hannover 96, die SpVgg Greuter Fürth, den FC St. Pauli – und die Nationalmannschaft. Nun kümmert sich der Starkicker um „seine Karriere nach der Karriere“ – und hat dafür das Startup Bside-Me mitgründet und als Investor unterstützt. Bside-Me sitzt in Köln und entwickelt und vermarktet individuelle Apps für berühmte Sportler, Sänger oder Moderatoren, die so mit ihren Fans über Fotos oder persönliche Nachrichten Kontakt halten können. Anders als bei großen sozialen Netzwerken sollen die Prominenten über die Werbeeinnahmen am Umsatz ihrer App beteiligt werden.

Die Idee für Bside-Me stammt von Burkhard Mathiak, ehemaliger Fanbetreuer und Mitarbeiter in der Pressestelle beim FC Schalke 04 und ein guter Freund von Asamoah. Im Mai startete Bside-Me. Die App, die Bside-Me für Gerald Asamoah gebaut hat, ist nach Angaben des Startups in den ersten 48 Stunden nach dem Launch über 1.700 Mal heruntergeladen worden. Sie ist das Aushängeschild der Firma – genauso wie Asamoah selbst. Seine Aufgabe ist es, Freunde und Bekannte von der Idee einer eigenen App zu überzeugen. Wie ihm das gelingt, erzählt er im Interview.

Prominente kommunizieren bisher über Facebook oder Twitter mit ihren Fans. Warum sollte es über Bside-Me besser funktionieren?

Ich bin sicher, dass es besser funktioniert, weil jeder Prominente ein bisschen stolzer auf seine eigene Mobile-App ist als auf seinen Facebook-Account. Das kann schon so etwas wie ein Statussymbol werden. Facebook ist da eher anonym, man weiß gar nicht, ob da alle Fans wirklich echt sind. Und es ist nicht sehr individuell – alle Auftritte sehen gleich aus. Bei uns sieht jede App anders aus, die Fans können mir Voice-Messages übermitteln und fühlen sich direkt angesprochen. Die Erfahrungen der ersten Woche sind wirklich gut!

Du spielst immer noch für die zweite Mannschaft vom FC Schalke 04. Wie findest du die Zeit, mit deinen Fans zu kommunizieren?

Als Fußballer hat man da schon genug Zeit! Es macht ja auch wirklich Spaß, bei so einem innovativen Projekt mit dabei zu sein. Überall sprechen mich Freunde, Fans und Mitspieler auf die App an und wollen wissen, wie es funktioniert. Ich kann mir häufig gar nicht erklären, woher die das alle wissen.

Wie viele Stunden am Tag nimmst du dir also konkret Zeit für Bside-Me?

Ich bin ständig mit meinem Handy beschäftigt und beschäftige mich genauso häufig mit meiner App, mit Fotos oder Videos. Ich telefoniere sehr oft mit den Jungs im Büro, wir entwickeln neue Ideen oder überlegen, wie die nächsten Schritte sind. Bei den wichtigen Terminen bin ich mit dabei – und bei den interessanten Veranstaltungen auch. Manchmal kommt mir der Trainer da schon sehr entgegen, aber es klappt.

Anzeige
Deine Aufgabe ist es, Teamkollegen oder Bekannte von Bside-Me zu überzeugen. Wie machst du das?

Ich muss da eigentlich gar nicht soviel tun – meistens kommen sie auf mich zu. Gestern Abend war ich in einer Disko, da haben mich direkt zwei Musikerinnen angesprochen, die beide 100.000 Facebook-Freunde haben. Die wollen auch eine App. Und am Flughafen habe ich einen ehemaligen Mitspieler getroffen, der hat mich auch direkt gefragt. Ich kann es ja jedem direkt zeigen: Foto machen, hochladen – und eine Sekunde später taucht es bei allen in der Mobile-App auf.

Neben dem Fußball bist du nun bei einem Startup involviert. Was hast du als Gründer bisher gelernt?

Es ist eine ganz neue Welt, aber eine sehr interessante! Manchmal fühle ich mich noch ein wenig unsicher, aber ich merke, dass unser Produkt prima ankommt – das macht es einfacher. Für mich ist das alles wirklich spannend: ein Unternehmen zu führen, Mitarbeiter einzustellen, ganz andere Entscheidungen zu treffen. Die Entwicklung der letzten Wochen war wirklich rasant – so eine Art Crashkurs für mich. Es macht aber auch wirklich Riesenspaß! Nicht umsonst habe ich ja auch meinen Freund und ehemaligen Mitspieler Fabian Ernst davon erzählt, der nun ebenfalls Gesellschafter ist. Wir haben uns immer gewünscht, etwas gemeinsam zu machen. Umso besser, dass es nun Bside-Me ist.

Auch andere (Ex-)Fußballer, Robert Lewandowski oder Jens Lehmann, investieren in Startups. Ist das ein Trend?

Wenn man prominent ist, kommen viele Leute auf einen zu, damit man sie bei ihren Ideen mit Geld oder auch mit dem Namen unterstützt. Und natürlich ist es für jeden verlockend, ein wirklich erfolgreiches Startup zu begleiten. Mal sehen, wer von uns dreien am erfolgreichsten ist – ich hoffe, dass ich es bin…

Vielen Dank für das Gespräch, Gerald.

 

Bildergalerie: Diese Promis investieren in Startups

Zur Galerie

Ashton Kutcher ist DER Star-Investor unter den Celebritys. Mit seiner Rolle in Two and a Half Men gilt er als der bestbezahlte Sitcom-Darsteller (700.000 US-Dollar pro Episode). Seine Millionen investierte er schon in Airbnb, Skype, Spotify, Uber, Flipboard oder Fab – und in die gescheiterten deutschen Startups Amen und Gidsy. Namensnennung Bestimmte Rechte vorbehalten von TechCrunch

Bild: Gründerszene / Hannah Loeffler