Meine Spielzeugkiste: Neue Kooperationen mit Lego und Vtech

Florian Spathelf und Florian Metz gründeten 2012 Meine Spielzeugkiste, einen Abo-Verleih für Spielwaren. Für 5 bis 29 Euro pro Monat können Eltern eine Box mit Brettspielen, ferngesteuerten Autos oder Barbiepuppen bestellen, um flexibel auf die wechselnden Wünsche ihrer Kinder einzugehen.

Über die Crowdfunding-Plattform Companisto konnte das Unternehmen 2013 insgesamt rund 450.000 Euro einsammeln, Ende letzten Jahres stiegen unter anderem die German Startups Group, Paulus Neef und Christian Vollmann als Investoren ein.

Um das Sortiment zu vergrößern und mehr Kunden zu bedienen, benötigten die Gründer allerdings noch mehr Geld – und gingen deswegen zu den Löwen bei Vox. Mit Erfolg: Frank Thelen und Jochen Schweizer investierten in der gestern ausgestrahlten Show zusammen 200.000 Euro.

Im Interview spricht Gründer Florian Spathelf über die Ereignisse nach der Aufzeichnung im Februar, die Unterstützung von Frank Thelen und Lügen in TV-Shows.

Florian, ihr konntet für 10 Prozent der Anteile 200.000 Euro von zwei Löwen einsammeln. Was habt Ihr mit dem Geld gemacht?

Das Investment fließt hauptsächlich in die Entwicklung unserer neuen Webseite und ein massentaugliches, aufregendes Sortiment. Bei uns sind die Investoren nicht abgesprungen. Ganz im Gegenteil: Frank Thelen hat seinen investierten Betrag nach der Show noch verdoppelt und beteiligt sich nun mit 200.000 Euro. Insgesamt haben wir also 15 Prozent für 300.000 Euro abgegeben.

Wie kam es dazu, dass Frank Thelen doch mehr investiert hat?

Nach der Aufzeichnung gab es eine harte Due Diligence und wir haben Thelen und Schweizer alle unsere Zahlen offengelegt. Daraufhin hat Thelen noch einmal 100.000 Euro draufgelegt.

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Bei Euch hat es also besser geklappt als bei Locca oder MyCleaner, wo der Deal im Nachhinein noch geplatzt ist.

Mich wundert es überhaupt nicht, dass einige der Deals im Nachhinein doch nicht zustande kommen – die Zusage der Löwen in der Show ist schließlich keine finale Unterschrift, sondern es folgt eine gründliche Unternehmensprüfung. Bei der Aufzeichnung im Februar haben alle teilnehmenden Startups jeweils rund eine Stunde mit den Löwen verhandelt, die Nervosität ist hoch und es sind acht Kameras auf einen gerichtet. Da können ja kaum alle Infos auf den Tisch kommen, die im Nachhinein dann vielleicht KO-Kriterien sind.

Wird dem Zuschauer also etwas vorgegaukelt?

Das finde ich nicht, die Show ist schon ziemlich realistisch. Wenn sich der Bachelor nach der Show wieder von seiner Auserwählten trennt, meckert schließlich auch niemand.

Laufen Gespräche mit Investoren tatsächlich so ab wie in der Show?

Wir haben im letzten Jahr rund 100 Pitches gemacht und da lief es genauso ab. Wir haben sehr lange mit den Löwen diskutiert und viele Fragen beantwortet. Die fertige und zusammengeschnittene Sendung kann das natürlich nicht zeigen.

Eure Seite gibt es schon seit 2012. Wieso habt Ihr überhaupt bei „Die Höhle der Löwen“ mitgemacht?

Sony, die Produktionsfirma von „Die Höhle der Löwen“, hat uns angesprochen, weil sie unser Produkt gut fanden. Wir haben uns gut überlegt, ob wir mitmachen, weil wir durch so einen Auftritt auch schnell Konkurrenz auf den Plan rufen. Aber als junges Unternehmen können wir Aufmerksamkeit und Presse immer gut gebrauchen.

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Wie lief die bisherige Zusammenarbeit mit Schweizer und Thelen?

Wir dachten, die Löwen haben nach der Show noch weniger Zeit als sonst – aber das Gegenteil war der Fall. Frank kniet sich mit seinem fünfköpfigen Team seit Monaten in die Entwicklung der neuen Webseite rein und hat unseren Auftritt fundamental verbessert. Mit Jochen werden wir insbesondere in der Weihnachtszeit Gutscheine verkaufen. Für uns hat sich seit der Aufzeichnung viel geändert – ab sofort wird Spielzeug zu mieten so einfach sein, wie mit dem Smartphone ein Taxi zu bestellen.

Welche Tipps hat Frank Thelen Euch für die neue Seite gegeben?

Frank ist Experte auf dem Gebiet der Usability und Appentwicklung und wir haben den gesamten Mietprozess radikal vereinfacht und optimiert. Außerdem hat er uns darauf hingewiesen, dass wir uns mit unserem Angebot stärker am Massenmarkt orientieren sollen und Spielzeug ins Sortiment aufnehmen sollen, die wirklich alle Eltern für ihre Kinder haben wollen. Durch die Teilnahme an der Sendung haben wir glücklicherweise sehr viel Aufmerksamkeit von großen Spielzeugherstellern bekommen und konnten jetzt neue Kooperationen unter anderem mit Lego und dem chinesischen Hersteller Vtech vereinbaren. Auch mit bestehenden Partnern wie Mattel, Duplo oder Ravensburg hat sich durch den Auftritt die Zusammenarbeit intensiviert: Wir stellen mehr exklusive Neuheiten vor, bekommen bessere Konditionen und mehr Produkte.

Vielen Dank für das Gespräch, Florian.

Bild: Meine Spielzeugkiste