iPhone Developer Conference 2010

Am 01. und 02.Dezember 2010 wurde zum dritten Mal zur iPhone Developer Conference in Köln eingeladen. Die Konferenz und Fachmesse, die 2008 von der Neuen Mediengesellschaft Ulm ins Leben gerufen wurde, vergrößerte sich dieses Jahr und umspannt zwei Tage, an denen Fachbesucher an einem reichhaltigen Repertoire aus Vorträgen zu Informationswirtschaft und -technologie teilnehmen konnten.

Gute Organisation der iPhone Developer Conference

Die Veranstaltung folgte einem straffen Zeitplan, der entgegen aller Erwartungen, die man an Konferenzen hat, zumindest am ersten Tag minutiös eingehalten wurde. Schließlich konnten an zwei Tagen, vier Themenbereiche mit 50 Vorträgen verfolgt werden. Daneben lockten auf einer Fachmesse acht unter anderem namhaften Aussteller wie Microsoft, Nokia, Shopgate oder des Berliner Mobile-StartUp Madvertise.

Allgemein sprach die Organisation, die Projektmanager Florian Bender verantwortete, die Besucher an. Veranstaltungsort war diesmal der Gürzenich, im Zetrum der Innenstadt von Köln. Das Gebäude, ursprünglich aus dem 15. Jahrhundert, heutzutage im vierten Wiederaufbau, bildete einen Kontrast zum Thema der Tagung. So wurden etwa in den Kellergewölben zu aktuellen Themen wie Android 2.2 oder iOS 4.2 referiert, wobei man dies durchaus auch als klischeehafte Anspielung auf den Stereotyp des Informatikers sehen konnte.

Zu den inhaltlichen Modulen der iPhone Developer Conference

An beiden Tagen gab es gleichzeitig vier Module, je zwei aus technologischen und wirtschaftlichen Themengebieten. Ebenfalls neu eingeführt wurden Themenblöcke, wie beispielsweise der App-Starter-Day, der technische Informationen für Neueinsteiger in die Applikationsentwicklung vermittelte, oder Mobile-Gaming, das sich rund um die Spieleentwicklung drehte. Diese umfassten je fünf Vorträge von Experten der jeweiligen Thematiken.

Mein persönliches Interesse lag am Vergleich der Technologien rund um Android 2.2 und iOS4.2, Best-Practices rund um das iOS sowie zu Markteintrittsstrategien und App-Store-Listings. Die Referenten konnten ohne Zweifel auf einige Erfahrung in Sachen Mobile-App-Entwicklung oder Vermarktung zurückblicken, wenn auch nicht immer auf das rhetorische Vermögen, dies dem Zuhörer vermitteln zu können.

Speaker auf der iPhone Developer Conference

Den Anfang machte Ivo Wessel (iCode Company), mit seinem Vortrag über die Migration zum iOS 4 und den neu enthaltenen Frameworks. Er zeichnete sich dadurch aus, als freier Programmierer mit über einem viertel Jahrhundert an Erfahrung nahe am Code zu referieren und Neuerungen auch in sinnvolle Vergleichsszenarien zu verpacken.

Danach folgte das Referentenduo der Visionera GmbH, Arno Becker und David Müller, ihres Zeichens Autoren des Einsteigerwerkes „Android 2“, mit einem Vortrag zum Android 2.2 Framework. Während Arno Becker die theoretischen Grundlagen legte, versuchte David Müller, praxisnah zu referieren. Dabei wirkte er jedoch unvorbereitet und stolperte zäh durch das Anlegen eines Projektes in der Entwicklungsumgebung Eclipse, ohne jedoch einen deutlichen Mehrwert erkennen zu lassen.

Den Anschluss machte Markus Stäuble (MRM Worldwide GmbH) mit seinem Vortrag „iOS – Wo steht es, wie geht es“ und versuchte zu erläutern, wie sich die Historie des Betriebssystems darstellt. Der eigentlich interessante Teil des Vortrages, nämlich die neuen Framework-Features und ihre Anwendung, ging leider durch die langwierige Vorgeschichte unter. So muss man leider sagen, dass man nun zwar weiß, wo es steht, jedoch weniger, wie es geht. Nach der Mittagspause mit Nudeln, Rahmsoße und Parmesankäse ging es für das Publikum dann wirtschaftlicher weiter.

Jana Sievers von Madvertise referierte zum Thema Top-25-App-Store-Listing und erklärte neben dem Geschäftsmodell des Unternehmens auch, wie sich die Platzierung in den Toplisten des App-Stores beeinflussen lassen. Obwohl deutlich in Richtung des eigenen Unternehmens gefärbt, wurde ein Mehrwert für den Hörer erzielt und es wurde sich wirklich auf Kernpunkte ohne Umschweife fokussiert. Dies war einer der besseren Vorträge des Tages. Danach erklärte Christian Lupp von Codedifferent, ruhig und sachlich, was es bei der Konzeption, Entwicklung und Vermarktung aus wirtchaftlicher Sicht zu beachten gibt.

Alles in allem war es eine interessante und sehr gut organisierte Konferenz rund um das Thema Mobile-Development und Vermarktung, die einige spannende Inhalte bereit hielt, jedoch auch noch Luft nach oben für Verbesserungen im Niveau der Themen und auch der Referenten lässt.