In der letzten Woche hatte Gründerszene ja darüber berichtet, dass Yuri Milner auf Basis einer Zehn-Milliarden-Bewertung für 300 Millionen US-Dollar 1,96 Prozent an Facebook erstanden hat. Die Bewertung zu der Microsoft und der European Founders Fund 2007 investiert hatten lag bei 15 Milliarden Dollar. So hatte Microsoft 240 Millionen Dollar investiert und 1,6 Prozent erhalten. 

Bislang haben die Anteile von Microsoft und den Jamba-Brüdern also keine gute Wertentwicklung genommen, inbesondere wenn man die Gerüchte berücksichtigt, dass Mitarbeiteraktien im Herbst letzen Jahres zu einer Bewertung von drei Milliarden US-Dollar an einen größeren US-Fonds und unter anderem auch ein Paar Schweizer US investoren  verkauft wurden (worauf auch schon von einem Gründerszene-Leser hingewiesen wurde).

Im Sommer 2008 waren vertreter von Facebook auf mehrere deutsche Investoren zugegangen, um ihnen den Deal gemeinsam mit Microsoft anzubieten. Im Vergleich zum Verkauf der Mitarbeiter hat der Deal zu den Microsoft-Konditionen allerdings den Vorteil einer „einfachen anrechenbaren Liquidation Preference„. Vereinfacht ausgedrückt bedeutet dies, dass bei einem Verkauf die Investoren zunächst ihre Anlage erhalten, bevor jemand anderes sein Geld ausgezahlt bekommt. Ein Beispiel: Wenn jemand 100 Millionen Dollar investiert, dafür 10 % an einem Unternehmen erhält, sich das Unternehmen aber sehr schlecht entwickelt und insgesamt nur für 200 Millionen verkauft wird, dann kriegt der 100-Millionen-Investor nicht 10% dieser 200 Millionen, sondern seine 100 Millionen und die 90% der Gesellschafter dann ihren entsprechenden Anteil der verbleibenden 100 Millionen Dollar.

Die einfach anrechenbare Liquidation Preference mag ein Trost sein, aber dennoch muss man fragen: Ist die aktuelle Facebook-Bewertung fair und entspricht sie dem momentanen Wert des Unternehmens?