Jahresrückblick, Jahresrückklick, 2010, viertes Quartal, Q4

Wie, Anfang Oktober schon die Korken knallen lassen? Bei den Gebrüdern Heilemann war das 2010 der Fall: weniger wohl, da sich das Kalenderjahr dem Ende neigte, sondern weil die zwei auf ihr erstes (und sehr erfolgreiches) Geschäftsjahr zurückblicken konnten. Viel war passiert in den Monaten davor, und es ist kaum übertrieben, die „Schlacht“ zwischen DailyDeal und Groupon-CityDeal rückblickend als David gegen Goliath zu bezeichnen – wenn man den Ausgang der Erzählung mal außen vor lässt.

Zwerge, Riesen, Hollywood

Dass DailyDeal überhaupt gegen den Samwer-Clan anstinken konnte, lag wohl auch an innovativen Services wie der Mobile App und einer Kooperation mit Friendticker – touché, der Punkt ging an die zwei blonden Nachwuchsgründer. Dem regelmäßigen Bedarf nach neuen Produkten kam auch Mymuesli nach, und launchte im Herbst eine neue Marke: Oh-Saft war geboren. Aufmerksame Leser hätten den Braten schon früher riechen können, denn in dem Viralfilm der Müslimischer, der seit Juli durchs Netz schwirrt, trug einer der Macher das Orangen-Logo bereits auf der Brust. Na, entdeckt?

Und während junge Frühstücks-StartUps noch in Eigenregie für das Bild auf der Mattscheibe sorgen mussten, wurde über Facebook, dem Unternehmen des Web 2.0, bereits ein Hollywood-Streifen gedreht. Ein ähnlich hohes Suchtpotenzial wie das amerikanische Riesen-Social-Network (über 500 Millionen Abhängige) dürfte auch Twitter mittlerweile haben. Anhand dieser Checklist sollte aber schnell klar sein, ob man der Sucht bereits aussichtslos verfallen ist, oder sich das Gezwitscher noch in Grenzen hält. Nicht nur solch absolut lebensnotwendige Tests lassen sich mittels Checkliste durchführen, auch für ernsthaftere Themen ist dieses klasse Tool zu gebrauchen.

Mic Check mit Windeln und Dolly Buster

Aber reden wir nicht lange drumherum. Irgendwie kommt man ja doch immer wieder auf ein Thema zurück, egal über welches Quartal man gerade reminisziert – GroupCloneManiaWars. Genau! Des einen Recht ist des anderen Pflicht, würde der Hobby-Jurist in seinen Bart brummen. Und so lag es auf der Hand, dass nach den Heilemanns auch Daniel Glasner ans Mikrofon musste. Doch egal wie kritisch Joel Kaczmarek auch nachfragte, von Aufregung keine Spur.

Wo lernt man das eigentlich? Vielleicht in den einschlägigen Unternehmensberatungen? Entgegen aller Vorurteile scheinen hier nämlich doch gute Ideen zu wachsen, wie man sowohl an Kathrin Weiß als auch an Anike von Gagern sehen kann: Von Hause aus Berater, bewiesen die zwei sich zum Ende des Jahres auch als fleißige Gründerinnen. Und pushten endlich mal die Frauenquote, in dieser doch sehr männerdominierten Branche. Chapeau!

Von Hüten zu Windeln. Denn das von Tausendkind bespielte Segment ist zumindest international kein Novum, wie der Exit bei Quidsi, der Mutter von Diapers.com, nur wenige Tage später zeigen sollte. „540 Millionen Dollar für Windeln?“ Na ja, so ähnlich. Der kontroverse Branchen-Analyst drückte dem Ganzen für Deutschland jedenfalls den Stempel „Boomthema“ auf. Womit wir zur Sache kommen. Denn zu nichts passt der Begriff Boomthema besser, als eben zur Online-Erotik-Branche. Und was macht Gründerszene sonst auch immer? Profis befragen. Es war uns eine Ehre (ist es immer noch): Dolly Buster!

Raketen? Nix da – Geldregen zum Jahresende

Wer es anstreben sollte, als Person oder mit dem eigenen StartUp nur ansatzweise so bekannt zu werden wie Frau Buster, der muss heutzutage die komplette Klaviatur beherrschen. Von der eigenen Website, über Social-Media bis hin zur stimmigen PR, alles muss passen. Wahre Kommunikationsprofis sitzen da also in den StartUps, wie es scheint. Logisch, denn nur wer sich Gehör verschafft, darf sich allen Ernstes Rockstar nennen. Und da nicht für jeden ein Guitar Hero unterm Baum liegen kann, gab es im Dezember gleich mehrere andere schöne Geschenke.

Erst täuschte Google an, um die duftende Gans dann doch noch von der gedeckten Tafel zu ziehen. Damit das Fest dann aber nicht völlig ins Wasser fiel, wurden wenigstens die übrigen Anwesenden großzügig beschenkt. Erst durfte Amiando auspacken – schön, da freute man sich. Und dann, um das Jahr rund zu machen, war Brands4Friends auch noch dran. Einen schicken Geldbetrag ließ der amerikanische Onkel da rüberwachsen, fein verpackt im Briefumschlag. Na das ist doch mal was, darauf trinken wir.

Hoch die Tassen, auf ein nicht minder ereignisreiches Jahr 2011!