Jahresrückblick, Jahresrückklick, 2010, Quartal 1

Die Kultur ist nicht ausgeprägt genug. Der Markt muss erst noch erzogen werden. Zu kapitalintensiv. Es sind keine tollen Prognosen für eine neue Unternehmung. Und obwohl selbst weist gereiste VCs nicht an einen Europa-Erfolg glauben, steht am Anfang des Jahres Zweitausendundzehn ein Name: Groupon.

Besitzerwandel und Offlinegänge neben der Grouponitis

Der Virus des Gruppenrabbats hat Deutschland ergriffen und die für Kopiervorlagen anfällige hiesige Szene steckt sich umgehend an: Zwischen fünf und zehn Infizierte werden gezählt, die Dunkelziffer liegt weit darüber.

Während in Grouclon-Deutschland weiter vieles brodelt, werden anderswo die Pforten geschlossen. Das ewige Startup Netzeitung, gegründet zu besten Hype-Zeiten der New Economy, gibt den Löffel an aggregierende Roboter ab. Seitdem fristet die Seite ein Zombiedasein mit 0 Prozent Reichweite. Jeder Kolibri bringt da mehr Gewicht auf die Waage, und lässt ein paar Federn. Andere wiederum haben so wenig an, dass sie nur zweit gut aussehen – zumindest operativ.

Auf dem Schlachtfeld der CloneWars gibt es zwischenzeitlich erste Gefallene zu beklagen. Die immer potenteren Feldherren von DailyDeal (www.dailydeal.de) und Groupon CityDeal (www.groupon.de) stehen indes vor den Trümmern einer semi-professionellen „Konkurrenz“, die das Klonen schon deshalb wieder aufgibt, weil eine „regelrechte Überflutung der Startup-Szene mit Groupon-Klonen“ eben doch nicht so viel Spaß macht.

Weggang bei den VZ-Netzwerken, während eDarling abgeht

Und dann der große Knall: Der Mann mit dem schwierigen Namen geht. Markus Berger-de Léon verlässt StudiVZ (www.studivz.net). Holtzbrinck lobt seinen zigten CEO – vorbei an all den Zwischentönen – zur Tür hinaus. Der gute Mann hat schließlich nicht nur den „Buschfunk“ eingeführt und die VZ-Netzwerke mobil verfügbar gemacht, sondern auch einen gewonnen Prozess zu Plagiatsvorwürfen gegen Facebook auf der Habenseite.

Einen kurzen Atem beweisen auch die Liebesnetzwerker von eDarling (www.edarling.de), die ihr Unternehmen rasant schnell an eHarmony veräußern und den Gründerszene-Leser beibringen, was eine Call-Put-Konstruktion ist. Diese können es fortan auch im Gründerszene-Lexikon nachlesen.