Jahresrückblick, Jahresrückklick, 2010, zweites Quartal

Einige Millionen Euro später: Deutschland ist noch immer ein Groupon-Schlachtfeld. In seltener Offenheit kommunziert nun sogar das Samwer-Imperium die tatsächlichen Beträge, die in CityDeal fließen und DailyDeal kommunziert zurück. Das Säbelrasseln funktioniert. Kleinere Konkurrenten wie iKupon oder Unserdeal starten gar nicht erst, andere lassen sich lieber schnell aufkaufen.

Offlinegänge und Entlassungen im zweiten Quartal

Und wo ein neuer Stern aufsteigt, stürzt ein anderer, zugegebenermaßen längst verblichener ab. Fox Mobile, auch bekannt als Jamba(Ausrufezeichen), muss einen Großteil seiner Belegschaft entlassen – wovon auch Führungskräfte nicht verschont bleiben.

Auch andere ehemalige Sterne haben mit schlechten Nachrichten zu kämpfen und so ist – der Kosten wegen – sogar ein Last.fm gezwungen, seinen beliebten Streamingdienst einzustellen. Doch mit der richtigen Kommunikation wird jede schlechte Nachricht zu etwas Gutem und so handelt es sich, Gott sei Dank, doch nur um eine Fokussierung auf das Kerngeschäft.

Da möchte man doch vor lauter Unterhaltungslosigkeit ab auf die Insel. Doch selbst das Bailamo-Gute-Laune-Land ist in der Insolvenz versunken. Zwar sind die Sunnyboys und Glitzergirls im letzten Moment noch zu Smeet übersiedelt worden, doch das scheint den motorisch geübten Nutzern nicht sonderlich zu gefallen. Verständlich, denn „so einfach stehen und nix machen können ist schon langweilig“. Zumindest eine Welt bleibt ihnen noch: Spickmich (www.spickmich.de) ist profitabel und schwimmt mit für die Szene untypischen Investoren nicht mehr im typischen „StartUp-Sud“. Dann also doch noch Urlaub am Meer.

Neue Inkubatoren bekommt das Land

Als hätten sie es läuten gehört, erheben sich gleich zwei neue Geldgeber wie Phoenix aus dem Sud: Hanse Ventures ist der neue Hamburger Inkubator, den die Gründer Jochen Maaß und Sarik Weber nicht Inkubator nennen möchten. Das habe in der Vergangenheit nicht viel Hochfliegendes gebracht.

Hochfliegen scheint hingegen das erklärte Ziel von Xing-Gründer Lars Hinrichs. Alles was es dazu braucht, sind Geeks und sein neuer Inkubator (er nennt es „pre-seed“): HackFwd soll den Techies helfen, aus ihrem aktuellen Job auszubrechen und eine eigene Gründung anzustreben.

Der StudiVZ-Techie vom Dienst, Jodok Batlogg nimmt Hinrichs beim Wort und schmeißt hin. „Vor einem Jahr war es der uncoolste Job CTO bei StudiVZ zu sein. Das war so ‘ne Loser-Nummer”, sagte Jodok Batlogg nur wenige Wochen zuvor in einem Gründerszene-Interview. Eine neue Heimat hat er inzwischen bei Sevenload gefunden. Nundenn.