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Communipedia. Ein Begriff, eine Institution. Nicht? Immerhin wurde die Suchmaschine für Communitys in die Global Top 100 beim Red Herring gewählt. Eine Auszeichnung ja, doch wohl kein Garant für eine prosperierende Zukunft. Es ist kein Jahr her, dass der Communipedia diese Ehre zu Teil wurde – heute spricht kein Mensch mehr davon. Gerade in der Gründerszene kommen viele, aber nicht alle bleiben. Doch wer war eigentlich dieses 2009? Wir blicken und klicken zurück.

Anfang des Jahres 2009 gibt es einen Popstar. Sein Name ist Wirtschaftskrise und er ist gerade einmal zwei Jahre alt. Auch Deutschlands Gründerszene darf ihn mal streicheln, zumindest, wenn es nach den Investoren geht, die für uns Mitte Januar in die beschlagene Kristallkugel schauen: „Das Jahr 2009 beginnt als ein Jahr voller Fragezeichen“, meint Jochen Klüppel von Grazia Equity und auch Stefan Glänzer, damals noch bei Fidelity Ventures, ist ganz der Realist:
„Was soll ich sagen: 2009 wird ein hartes, unschönes Jahr.“ Und überhaupt: Die Finanz- und Wirtschaftskrise ist schon wenige Wochen nach dem Bekanntwerden ihrer Existenz als historisch bezeichnet worden. Warum also nicht auch in unserer kleinen schönen StartUp-Welt? „Gründer werden in 2009 eine ähnlich schwere Zeit haben wie nach dem Platzen der Web-1.0-Blase“, prophezeit Martin Weber von Holtzbrinck Ventures.

Au weia. Da kommt es wirklich knüppeldicke. Wer da nicht schnell die „Profitmechanik des eigenen Unternehmens“ optimiert (Fabian Hansmann, Founders Link), sollte seinen Investoren zumindest noch schnell ein Gründerszene-Shirt schenken. Für die richtige Begleitung eines Portfoliounternehmens finden sich dort alle relevanten Anweisungen: def startup // return ‘exit’ // end

Himmel hilf, das Ende muss wahrlich nahe sein, wenn selbst schon Angeles lädiert und in Gips auf der Arbeit erscheinen. Gibt es denn keine guten Nachrichten zu Beginn dieses Jahres? Irgendwo muss es doch Erfolge zu verbuchen geben. Hat da jemand Twitter gesagt? Gute Idee. Also, liebe Gründer, Hosen runter, jetzt wird verglichen: Wer hat den größten Followerstamm? Sarik? Herzlichen Glückwunsch!

Und wenn sich niemand traut, auf harte ehrliche Zahlen zur Finanzlage zu schauen, begnügen wir uns lieber mit anderen Graphen und Diagrammen und fragen einfachmal… wie uns eigentlich diese StartUps alle gefallen? Da muss doch was Gutes sein. Da wird doch eins dabei sein. Da – Wanda! Stolze zweiundzwanzig Komma sieben Prozent Beliebtheit kann das Unternehmen auf seinem Online-Marktplatz versammeln. Die Zahlen freuen. studiVZ hingegen…nun, man ahnt es.

„Die Probleme von Gründern liegen ohnehin woanders“, versichert Prof. Dr. Klaus Nathusius. Er lehrt „Entrepreneurship und Entrepreneur Finance“ an den Universitäten in Göttingen und Kassel und weiß: „Gründerteams sind viel zu häufig unglaublich stümperhaft zusammengestellt.“

Vielleicht sind aber auch einfach die Kunden Schuld, oder sagen wir besser: traditionell und risikoscheu. Irgendwie ist auf der anderen Seite des Teichs eh alles besser. Der beste Anreiz zur Internationalisierung? Zumindest träumen darf man doch.

Bildmaterial cc by: Wagner T. Cassimiro