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Die Nachricht kam ebenso überraschend wie unerwartet: Das amerikanische Sozialnetzwerk Facebook wurde sich letzte Woche mit der Holtzbrinck Networks-Gruppe über eine Eingliederung der VZ-Portale (MeinVZ, StudiVZ, SchülerVZ) in den amerikanischen Marktführer einig.

So beginnt das zweite Quartal 2009. Während viele von der Wirtschaftskrise gebeutelte Unternehmen vermeintliche Aprilscherze in ihre Bücher einpflegen, pflegt nicht nur Gründerszene den Kalauer zum Quartalsbeginn.  In den Kommentaren hätte man es andersherum zwar witziger gefunden. Doch wirklich lustig wird es erst per Abmahnung. 40.000 Euro sollen die Hamburger zahlen. Gimahhot-CEO Thomas Promny hält diese Forderung später für etwas übertrieben: „ Zufällig haben wir ein Angebot von Dolly Buster eingeholt, die so einen Scherz für 1.500 Euro mitgemacht hätte.”

Dabei hätte Frau Schaffrath doch wissen müssen, dass sich durch „die Entwicklung zum Mitmachnetz“ viele Vorgänge klassischer PR geändert haben. Das wissen selbst diese faulen und unzuverlässigen Studenten. Die machen nicht einmal die schlechtesten Jobs der Welt und sind trotzdem heiß begehrt.

Ein großer Abnehmer solcher Personalien ist vermutlich auch die Arcandor-Tochter Quelle. Dort öffnet man sich neuen Partnern, um Produkte an die „Oberfläche zu holen“ – das war auf quelle.de offenbar nicht möglich – und weiß laut Trendstudie sogar, wie es um unser Land steht: Deutschland kauft im Internet. Ein paar Tage später kündigt sich die erste Misserfolgs-Konferenz an. Lernen aus den Fehlern anderer, so das Motto. Doch da der geplante Termin mit Juni 2009 für Quelle zu früh ist, sagt man die Konferenz kurzerhand wieder ab und vertagt sie auf später. Statistisch gesehen könnte aber auch der neue Termin wieder nichts werden. Denn selbst in Zeiten der Wirtschaftskrise lassen sich „Deutsche Entscheider ihren Urlaub nicht vermiesen“. Selbständige sehen das schon etwas anders, können im Zweifelsfalle aber einfach ein digitales Feuer auf dem geleasten Rechner entfachen. Der Vorteil: Der 4-Stunden-Woche kommt man somit immer näher und hat nicht einmal die Kosten für einen büchernen Ratgeber, der im Second-Hand-Billy-Regal ohnehin verstauben würde.

Der Rest ist jetzt auf Facebook unterwegs. Natürlich nur zum Netzwerken – zumindest, wenn der Chef gerade von hinten auf den Bildschirm späht – aber Netzwerken kann man eben auch über diese netten Browsergames. Noch immer ein böser Blick vom Boss? Bessere Ausrede: Informationen des neuen Branchenwirtschaftsmagazin Gamebizz verifizieren.

Das trifft freilich auch auf Gründerszene zu. Doch Gründerszene… wer liest hier wohl? Die Antwort ist eine „deutsche Nachricht“, die uns Martin Oetting in „harter Deutlichkeit“ um die Ohren haut: Sprecht mit euren Eltern.

Bildmaterial: Jan Peer Baumann