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Das Münchner Ärztevergleichsportal Jameda hat das Lübecker Startup Patientus übernommen – und baut damit sein Angebot im Bereich Videosprechstunde aus. Denn Patientus bietet eine Software an, mit der Ärzte und Patienten per Webcam miteinander sprechen können: bequem vom heimischen Wohnzimmer aus. Patienten finden auf der Webseite registrierte Ärzte, die virtuelle Sprechstunden anbieten. Außerdem können sie dort auch medizinische Unterlagen hochladen. Die Beratung soll sicher und anonym sein.

Jonathan von Gratkowski, Christo Stoyanov und Nicolas Schulwitz haben die Firma im Jahr 2012 in Lübeck gegründet. Firmensitz ist mittlerweile in Berlin. Hier beschäftigt das Unternehmen etwa zehn Mitarbeiter. Ihre Arbeitsplätze sollen auch nach der Fusion bestehen bleiben, teilte Jameda heute mit.

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Für den Dienst zahlen Ärzte eine Pauschale von mindestens 29 Euro im Monat. Die Patienten nutzen den Service kostenfrei – allerdings tragen sie das Beratungshonorar, das die Mediziner festlegen.

Doch das soll sich am 1. Juli diesen Jahres ändern. Ab dann gilt eine neue Regelung, nach der Videosprechstunden in die vertragsärztliche Regelversorgung einfließen. Konkret heißt das, dass Ärzte sie dann über die Krankenkassen abrechnen können. „Wir rechnen mit einer Erhöhung der Nutzerzahlen“, heißt es von Jameda. Im Laufe des Jahres solle der Videotelefonie-Service Service peu à peu auf jameda.de integriert werden.

Mit der Übernahme erhalte Patientus neben dem erweiterten Marktzugang auch die finanziellen Mittel für die Weiterentwicklung des Produktes, gibt Jameda bekannt. Wie hoch der Übernahmepreis war, will das Unternehmen allerdings nicht verraten.

Jameda startete im Jahr 2007, es ist  eine 100-prozentige Tochter der Burda Digital GmbH. Heute nutzen laut eigenen Angaben mehr als 5,5 Millionen Menschen im Monat den Service, um einen passenden Arzt zu finden. Und rund 60 Menschen arbeiten für die Plattform in der bayrischen Landeshauptstadt.

Bild: Patientus