Smalltalk kann teuer werden

„Da kommt morgen eine sehr gute Bewerberin vorbei – hast Du um 11 kurz Zeit, sie kennenzulernen?“ Alltag im Startup: Ein Kollege lernt die Bewerberin im Interview zwar kennen, weiß aber hinterher trotzdem nicht so recht, ob sie passt oder nicht. Wie man Bewerbungsgespräche mit Kandidaten optimal nutzt, kann man lernen… 

Im Wettbewerb um Talente sind professionelle Bewerbungsgespräche ein MUSS

In Startups ist es oft so, dass es noch keinen klaren Prozess zu Bewerbungsgesprächen gibt und am Ende auch Kollegen in den Auswahlprozess einbezogen werden, die darin noch keine Erfahrung haben. Ihnen fehlen die Grundlagen, wie Bewerbungsgespräche professionell geführt werden und sie sind am Ende nicht in der Lage, eine fundierte Einschätzung zur Eignung des Kandidaten abzugeben.

Dabei ist ein Bewerbungsgespräch der Schlüssel zum erfolgreichen Wachstum und am Ende viel mehr wert als die Stunde Zeit, die man investiert. Schließlich kostet ein Mitarbeiter, der die Erwartungen am Ende nicht erfüllt, mehr als nur das monatliche Gehalt. Für die Einarbeitung werden Ressourcen gebunden; an die Höhe der Opportunitätskosten mag man gar nicht erst denken! Deshalb ist es umso wichtiger, Talente zu erkennen und in Gesprächen für das Unternehmen zu gewinnen.

Aber wie lassen sich professionelle Bewerbungsgespräche im Startup führen? Was gehört dazu, um am Ende eine fundierte Entscheidung treffen zu können?

Vor dem Interview: Ein klares Stellenprofil als Gesprächsgrundlage

Der Erfolg eines Bewerbungsgespräches hat zwei Seiten: Entweder eine Einstellung des Kandidaten, weil die Anforderungen erfüllt wurden oder eine begründete Absage, weil sich im Gespräch herausgestellt hat, dass es eben nicht passt.

Grundlage dafür muss ein klares Stellenprofil sein, das unter anderem folgende Fragen beantwortet

  • Funktion – Welche Fachaufgaben sind an die Stelle geknüpft und welche fachlichen sowie persönlichen Voraussetzungen und Erfahrungen sind dafür notwendig?
  • Rolle – Suchen wir eine Fachkraft oder einen Manager? Welche Rolle sollte derjenige im Idealfall innerhalb des Unternehmens oder Teams einnehmen?
  • Unternehmenskultur – Welche Werte leiten uns auf dem Weg zu unserem Ziel, welche muss der Kandidat teilen und was ist uns in der Zusammenarbeit wichtig?

Ziel des Gesprächs ist es, eine/n Kandidat/in zu identifizieren, der oder die in möglichst vielen Punkten der drei Bereiche mit den Erwartungen übereinstimmt.

Im Jobinterview: Die Gesprächszeit nutzen

Es macht Sinn, mehrere Personen in den Gesprächsprozess einzubeziehen, allerdings sollten die Einzelgespräche dann jeweils einen anderen Fokus haben. Wenn drei Gespräche stattfinden, sollte nicht in allen dreien ziellos über den CV gesprochen werden, sondern jeweils andere Kriterien im Mittelpunkt stehen. So erhält man insgesamt ein klares und breites Bild des Bewerbers.

Innerhalb des Gespräches sollte es darüber hinaus auch die Möglichkeit geben, mit dem Kandidaten über die Stelle und deren Perspektive zu sprechen und auf Fragen einzugehen. Am Ende wollen schließlich beide Seiten eine bewusste Entscheidung treffen: für- oder gegeneinander. Ein Bewerbungsgespräch ist also im Grunde kein ‚Interview’ sondern sollte als ‚Austausch’ verstanden werden – deshalb ist kaum etwas gefährlicher, als dem/r Kandidaten/in zu wenig Raum für Fragen zu geben und zu wenig zum Team, der Perspektive und dem Unternehmen selbst zu sagen.

Smalltalk ist dabei ein wichtiger Teil des Gesprächs, der allerdings nicht den Hauptteil einnehmen sollte. Als Einstieg nimmt er aber die Aufregung und eröffnet oft Ansatzpunkte, die für das Hinterfragen einzelner Kriterien genutzt werden können. Zur Prüfung der einzelnen Kriterien gibt es Tools und Techniken, die reine Bauchentscheidungen verhindern und helfen, sich im Gespräch nicht „wegtragen“ zu lassen.

Tools und Techniken im Gründerszene-Seminar lernen

Die i-potentials GmbH ist Experte auf dem Gebiet des Recruitings. Astrid Matzke hat dort in mehr als zwei Jahren viele Erfahrungen gesammelt. Deshalb möchte sie im praxisorientierten Gründerszene-Seminar pragmatische Methoden vorstellen, die auf theoretischen Grundlagen und ihrem täglich erprobten Praxiswissen beruhen.

Grundlage ist neben einem guten Stellenprofil ein eigens entwickeltes, dreigliedriges Talent-Modell, mit dem bei i-Potentials täglich selbst gearbeitet wird und das sich leicht anwenden lässt.

Dreistelliges Talent-Modell

Angereichert mit praktischen Tipps zu Dos and Don’ts in Bewerbungsgesprächen sowie der Übung einer pragmatischen Fragetechnik bietet das Seminar Handwerkszeug, um die Bewerbungsgespräche souverän zu führen und Entscheidungen treffen zu können, die man begründen (!) kann.

Veranstaltungsinformationen

  • Ort: Gründerszene / Vertical Media GmbH, Torstraße 179, 10115 Berlin
  • Datum: Montag, 15. Mai 2012 und 20. September 2012, jeweils 09:00 bis 13:00 Uhr
  • Kosten: 149,00 Euro pro Person (zzgl. Mwst.)
Alle Informationen zu diesem und weiteren spannenden Gründerszene-Seminaren sowie den Link zur Anmeldung gibt es auf der Gründerszene-Seminarseite.