Die Köpfe hinter Joidy: Philippe Singer (links) und Timo Müller

Ein Jubiläum, den Valentinstag – oder gar einen Geburtstag verschwitzt? Das Startup Joidy aus Berlin weiß, wie du dich fühlst – und will dir aus der Klemme helfen. Mit der gleichnamigen App können digitale und physische Geschenke gekauft und direkt verschickt werden. Das Gute: Eine Adresse ist nicht nötig.

Aber von vorn: Wie funktioniert Joidy? Um ein Geschenk zu verschicken, muss man die iOS-App herunterladen und sich anmelden. Dann wird der glückliche Empfänger ausgewählt: Verschickt werden kann ein Geschenk mittels E-Mail-Adresse, aber auch über Facebook, WhatsApp, LinkedIn – und sogar Tinder.

Auf der Joidy-Plattform stehen nach Angaben von Mitgründer Philippe Singer 30.000 Produkte zur Verfügung. Von Schokokeksen bis Katzensocken ist alles dabei. Und auch digitale Produkte wie Hörbücher, E-Bücher oder Songs können verschickt werden. Zurzeit arbeitet das Startup mit Kunden wie Gruner + Jahr, Book A Tiger oder Flixbus zusammen. Die beliebtesten Produkte der rund 500 Nutzer bei Joidy: Hörbücher und Grillwürstchen.

Nachdem das Geschenk ausgewählt wurde, kommt noch die persönliche Note hinzu: Der Schenkende kann beispielsweise ein kurzes Video aufnehmen und mit dem Finger auf dem Smartphone-Screen malen. Um das Paket zu öffnen, muss der Empfänger das Video anschauen und die Verzierung nachzeichnen. Nicht nur der persönliche Touch unterscheidet Joidy von anderen Geschenke-Apps wie Giftly – die Berliner bieten mehr als nur Gutscheine oder Grußkarten, auf die sich die meisten Anbieter beschränken, auch die großen Player wie iTunes oder Google.

Um ein digitales Geschenk entgegen zu nehmen, benötigt der Beschenkte übrigens keine App, das funktioniert auch über den Webbrowser. Für manche Produkte muss sich der Empfänger zwar anmelden. Aber das soll mit dem nächsten Update wegfallen.

Anzeige
Bezahlt werden die Artikel per Paypal oder Kreditkarte. Dabei bleibt für das Startup eine Provision übrig. Der restliche Betrag geht an die Unternehmen hinter den Artikeln. Denn eigentlich ist Joidy eine Vermittlungsplattform, die Lieferung analoger Geschenke findet zum Beispiel über die Partner statt.

Zugegeben: Das physische Paket wird nicht früher ankommen, der Postweg und der Lieferstress ist der gleiche. Aber: Der Beschenkte gibt die Lieferadresse ein und kann sich aussuchen, wann und wohin das Paket gebracht wird.

Die digitale Benachrichtigung – Video und Verpackung – wird direkt übertragen. Und ist es ein digitales Geschenk wie ein Song, kommt dieser auch schnell an. Das digitale Beschenken funktioniert natürlich weltweit, Pakete können bisher nur deutschlandweit verschickt werden.

Philippe Singer hat die hinter der App stehende gleichnamige GmbH zusammen mit Timo Müller im September 2015 gegründet, kurze Zeit später gewann das Team den Gründerpreis der Volksbank, damals war Joidy nur als Beta erhältlich. Kurz vor Weihnachten launchten die beiden dann die Vollversion.

So kreativ diese Geschenke-App auch ist, bei ihrem Logo haben sich die beiden offenbar von einem ganz großen Startup inspirieren lassen. Die Ähnlichkeit mit dem Emblem des Office-Tools Slack ist nicht von der Hand zu weisen. Darauf angesprochen erzählt Singer, dass das keine Absicht gewesen sei. Das Logo wurde auch bereits überarbeitet und landet mit dem neuen Update im Apple-Store.

 

Das Slack-Logo, daneben Joidys aktuelles sowie das zukünftige Logo (von links)

Bilder: Joidy, Screenshots