Für Joko zum lachen: Stefan Raab ist von GoButler überfordert.

Ganz ehrlich: Wer guckt eigentlich noch TV total? Die Witze von Raab sitzen nicht mehr so locker, das Publikum starrt nur noch gläsern in der Gegend herum und auch die großen, bunten Knöpfe, über die früher die Maschendrahtzaun-Witze im Minutentakt eingeblendet wurden, wirken wie Überbleibsel aus den 90ern.

Für gut gelaunte PR-Aktionen lohnt sich die Sendung offenbar – zumindest im Fall der Spaßnase Joko Winterscheidt. Der TV-Moderator war gestern Abend zu Gast bei Stefan Raab, um die Concierge-App GoButler vorzustellen, die Bestellungen aller Art per SMS entgegen nimmt. Wie Gründerszene exklusiv berichtete, ist Winterscheidt seit Ende März als Investor bei GoButler eingestiegen. Laut Handelsregister hält er allerdings nur vier Prozent der Anteile. Doch Joko ist sowieso kein normaler Investor: Von Anfang an erklärte das Startup, dass Winterscheidt auch Supporter und Gesicht der Firma werden soll. So weit so klar.

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Aber plötzlich ist Joko Winterscheidt auch noch Mitgründer von GoButler. Zumindest wenn man seinen Erzählungen bei TV total Glauben schenkt. Aber vielleicht klingt das bei PR-Auftritten einfach besser. Was ein Startup-Investor ist, wissen einige TV-total-Zuschauer vielleicht gar nicht. Am Anfang der Sendung fragte sich Joko noch: „Warum bin ich hier?” Dann bewies er sich als sympathische PR-Maschine für die Service-App: „Ich habe zusammen mit Freunden eine Firma gegründet“, verkündet er stolz und spricht die ganze Zeit nur noch von „wir“. Allerdings muss er zugeben, dass es nicht seine Idee war – ohnehin gebe es das Modell ja schon in den USA.

Ist das nun einfach Fernsehwerbung mit viel Reichweite? Mag sein. Für GoButler wird sich der Auftritt ihres Aushängeschildes gelohnt haben. Überwerten will Geschäftsführer Navid Hadzaad den Besuch von Joko bei Stefan Raab allerdings nicht: „Dank dem Support unseres Mitgründers Joko Winterscheidt können wir uns seit dem Launch von ‚GoButler‘ über viel mediale Aufmerksamkeit und sehr starke Nutzerzahlen freuen. Ein Auftritt von Joko bei ‚TV total‘ setzt da natürlich zusätzliche Impulse, jedoch macht ‚GoButler‘ auch sonst jeden Tag tausenden Menschen das Leben leichter.“

Übrigens: Stefan Raab wollte von GoButler einen 10-Mark-Schein und einen 50-Euro-Schein in Cent-Münzen geliefert bekommen. Wirklich überzeugt war er von dem Geschäftsmodell aber nicht.


Nicht nur Joko Winterscheidt, auch andere Promis investieren in Startups:

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Ashton Kutcher ist DER Star-Investor unter den Celebritys. Mit seiner Rolle in Two and a Half Men gilt er als der bestbezahlte Sitcom-Darsteller (700.000 US-Dollar pro Episode). Seine Millionen investierte er schon in Airbnb, Skype, Spotify, Uber, Flipboard oder Fab – und in die gescheiterten deutschen Startups Amen und Gidsy. Namensnennung Bestimmte Rechte vorbehalten von TechCrunch

Bild: ProSieben / Screenshot