Justbook Index Ventures

Justbook: 100 Prozent gehen an Secret Escapes

Genau zwei Jahre nach dem Start wurde der Vertrag unterschrieben: Das britische Unternehmen Secret Escapes übernimmt die Berliner Hotelbuchungsplattform JustBook (www.justbook.com). Zum Kaufpreis für die erworbenen 100 Prozent der Anteile machen beide Seiten keine Angaben – mit Index Ventures hatten beide Unternehmen den selben Geldgeber im Investorenkreis. Erst im August war der VC bei den Berlinern eingestiegen, kurz darauf hatte Justbook einen Markenrelaunch durchgeführt und war in den USA gestartet.

Secret Escapes ist ein aus London stammender Anbieter von sogenannten Flash-Sales im Segment für Luxusreisen und -hotels, also Kurzfrist-Angeboten, die für begrenzte Zeit mit signifikanten Preisnachlässen abgegeben werden. Alle 25 Mitarbeiter von Justbook, so erklärt Mitgründer Stefan Menden gegenüber der Wirtschaftswoche, wie auch die drei Gründer – neben Menden noch Sebastian Fallert und Ognjen Zeric – wechseln zum neuen Eigentümer. Die Marke Justbook selbst werde verschwinden, „eine Zwei-Marken-Strategie macht da keinen Sinn“, so Menden. Verkauft werde Justbook vor allem deshalb, weil der deutsche Markt „anfangs sehr ergiebig, aber dann auch irgendwann erschöpft“ gewesen sei.

In Zusammenhang mit dem Wechsel der Gründer in das Arbeitnehmer-Verhältnis spricht Menden gegenüber der Wirtschaftswoche auch von einer „Incentive“. Welche genau das ist, verrät er allerdings nicht. Sogenannte Earn-Out-Klauseln sind bei Deals dieser Art allerdings durchaus üblich, oft fließt ein Teil der Verkaufssumme dann erst zu einem späteren Zeitpunkt, nach dem Erreichen bestimmter Meilensteine.

Lange Investorenliste beim Berliner Hotelbuchungs-Portal

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Justbook selbst, so Menden, habe Hotels aus über 25 Ländern im Angebot, die App wurde rund eine Million mal herunter geladen. Auf letzterer scheint das besondere Interesse von Secret Escapes zu liegen. Zwar hat das britische Unternehmen eine deutlich größere Reichweite als Justbook: Nach eigenen Angaben verfügt Secret Escapes über vier Millionen Mitglieder in UK. Allerdings besteht im Mobilsegment offenbar noch deutlicher Nachholbedarf.

Justbook selbst hatte sein Geschäftsmodell mehrfach angepasst und sein Angebot zuletzt von der reinen Smartphone-App auf eine (zusätzliche) Webplattform ausgeweitet – weil die spontane Hotelsuche in Deutschland nicht funktioniert, hatte es damals aus dem Unternehmen geheißen. Nach mehreren Finanzierungsrunden umfasste die Gesellschafterliste bei Justbook zuletzt rund 30 Einträge, darunter neben Index unter anderem DN CapitalPaua Ventures, RI Digital, Venture Stars, Venista Ventures, die Amiando-Gründer, die DailyDeal-Gründer Fabian Heilemann und Ferry Heilemann oder Martin Sinner.

Zähne zeigen musste das Unternehmen derweil im Rahmen eines Rechtsstreits mit dem Branchenschwergewicht HRS um dessen Bestpreisgarantie, die anderen Anbietern die Zusammenarbeit mit den Hotels erschwerte. Der sei nach einer Abmahnung durch das Kartellamt seit vergangenem Herbst vom Tisch, hatte Menden gegenüber Gründerszene erklärt.

Übrigens: Die wichtigsten Exits des vergangenen Jahres gibt’s hier:

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Finanzierung für 6Wunderkinder, Exit für T-Venture: Der Beteiligungsarm der Telekom war im Zuge der 19-Millionen-Finanzierung (unter anderem durch Sequoia Capital) beim Berliner To-Do-Listen-Startup ausgestiegen. Zum Zeitpunkt des Ausstiegs verfügte T-Venture über 8,3 Prozent der Anteile, bei einer Bewertung von 60 Millionen US-Dollar.

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