Die Geschäftsführer und Gründer: Joseph Hufnagl, Moritz Zyrewitz und Tobias Kronawitter (von links)

Schon wieder ein gesprungener Smartphone-Screen? Oder macht das teure Gerät andere Zicken? Kaputt.de kümmert sich um beschädigte Smartphones. Das Startup gibt Tipps für die Reparatur, bestellt Ersatzteile und vermittelt die Besitzer an Werkstätten. Die Idee kam dem Gründer Moritz Zyrewitz bei seinen Reisen nach Afrika, Asien und Nahost. Dort würden kaputte Geräte zunächst repariert, anstatt sie einfach wegzuwerfen, sagt er. In Deutschland hingegen sei das Know-how für einfache Reparaturen häufig gar nicht vorhanden.

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Zusammen mit seinem Kumpel Alexander Maletz, der heute nicht mehr für Kaputt.de arbeitet, fing Zyrewitz an, eine Plattform zu bauen. Sie sollte alles rund um die Reparaturen von Smartphones bieten: Beispielsweise Video-Anleitungen zur Selbstreparatur, bei denen die Zuschauer die Ersatzteile gleich nachbestellen können. Oder eine Suche für einen Reparaturservice in der Nähe. Für alle, die nicht selbst reparieren wollen.

Die Nutzer bekommen außerdem die Kosten für die Reparatur genannt. Auch, was ein Ersatzgerät kostet und wie viel Geld man für sein defektes Gerät beim Verkauf noch bekommen könnte, weist die Plattform aus. So kann der Besucher alle Varianten miteinander vergleichen und die günstigste heraussuchen. Denn für verschiedene Hersteller und Modelle kosten die Ersatzteile unterschiedlich viel. „Deshalb lohnt sich bei einem Gerät die Reparatur, während es bei einem anderen ökonomischer ist, sich ein gebrauchtes Ersatzgerät zu kaufen“, sagt Zyrewitz.

Die Seite ging mit einem Prototyp im Herbst 2014 online, 27.000 Nutzer zählte sie laut Startup im vergangenen Monat. Geld verdient Kaputt.de mit den auf der Seite registrierten Geschäften: Zehn Prozent des vermittelten Reparaturwertes gehen an das Startup. Von den Preisen für die Ersatzteile gehen drei Prozent an die Gründer. Über die Höhe der Umsätze will Zyrewitz noch nicht reden. Nur so viel: 80 Prozent würden über die Vermittlung von Reparaturen vor Ort gemacht, zehn Prozent durch Ersatzteile und zehn Prozent durch den An- und Verkauf-Service.

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140 Reparatur-Werkstätten in 60 deutschen Städten haben sich schon registriert. ReparandoiCracked, und Telyps sind Werkstätten-Ketten, die Reparaturen anbieten. Mit ihnen kooperiert Kaputt.de und zeigt die Filialen auf seiner Plattform an. Auch mit sogenannten Repair-Cafés kooperiert Kaputt.de – dort können Nutzer mithilfe von Experten ihre Geräte selbst reparieren.

Ganz ohne Wettbewerb steht Kaputt.de allerdings nicht da: Clickrepair und MeinMacher.de beispielsweise vermitteln ebenfalls Reparatur-Werkstätten. Zyrewitz ist sich aber sicher, dass seine Plattform mit dem umfassenden Angebot punkten kann. Durch die Video-Anleitungen, die das Team zusammen mit einem professionellen Elektromechaniker selbst dreht, müsse sich Kaputt.de auch nicht weiter um Werbemaßnahmen kümmern. Der Traffic werde durch Suchanfragen generiert.

Die Geräte-Palette will Kaputt.de bald erweitert: Bald schon werden Tablets und Laptops ins Portfolio aufgenommen. Ab Herbst auch sogenannte weiße Ware wie Waschmaschinen, Kühlschränke oder Staubsauger. Und in ungefähr einem Jahr, so der grobe Plan, soll Kaputt.de profitabel sein.

Bild: Kaputt.de