Sie ist „back in the game“. Die mächtige KfW, das Förderinstitut des Bundes, investiert wieder stärker in die Tech-Szene. 400 Millionen Euro, so hieß es kürzlich aus Frankfurt am Main, sollen fließen. Allerdings nicht in Jungunternehmen selbst – ausgewählte Venture-Capital-Fonds soll das Kapital stattdessen bekommen. Das Ziel: Die Technologie-Branche soll nicht durch ausbleibende Anschlussfinanzierungen bei vielversprechenden Startups ausgebremst werden.

Die KfW war einst in der Startup-Szene eine alles andere als unbekannte Größe. Fonds wie Wellington Partners oder Earlybird hatte die Förderbank mit ihren Mitteln groß gemacht. Mit den Zusagen der Staatsbank und dem Siegel „sponsored by KfW“ ließ sich so mancher Fondstopf gut füllen. Nachdem Wagniskapital im Zuge der Finanzkrise 2009 einen schlechten Ruf bekommen hatte, hielt man sich in Frankfurt mit solchen Investments zurück. Die KfW zog sich sogar trotz deren Flehen aus den Fonds zurück – und internationale Investoren folgten ihr.

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Ganz die Finger von Wachstumsfinanzierungen ließ die KfW allerdings nicht: In den letzten zehn Jahren sind rund eine halbe Milliarde Euro über den Start-Fonds der Förderbank in junge Unternehmen geflossen. In den Heim-Verbesserer Avandeo etwa, in das Marketing-Startup RegioHelden oder in den Küchenzubehör-Shop Springlane.

Mit ihrem Instrument ERP-Venture Capital-Fondsinvestments legen die KfW und das Bundeswirtschaftsministerium nun wieder beherzt nach: Wie im Koalitionsvertrag vereinbart, zielt dieser besonders auf „die Förderung von technologieorientierten Startups und jungen, innovativen Unternehmen“ ab, lässt sich KfW-Vorstand Ingrid Hengster zitieren. „Wir werden in den nächsten fünf Jahren Investitionen von bis zu 400 Millionen Euro eingehen“.

Die KfW könne sich mit diesem Kapital „sowohl bei etablierten Fonds als auch bei neu gegründeten Fondsgesellschaften im Rahmen von First Closings“ engagieren. Es sei geplant, dass die KfW die Gewinnung von privaten Fonds-Investoren zudem als Anker-Investor unterstützt – vor allem bei der Ansprache ausländischer Geldgeber könnte das Engagement der staatlichen Förderbank helfen.

Da der Anteil der Förderbank an einem Fonds jeweils maximal ein Fünftel betragen darf, sollen mit dem neuen Wagniskapital insgesamt rund zwei Milliarden Euro für den VC-Markt „gehebelt“ werden. Profitieren sollen neben E-Commerce und IT auch Biotech, Life Science, MedTech oder Cleantech, heißt es von der KfW. Auch ein erstes Investment hat die Förderbank bereits getätigt: Sie beteiligte sich am dritten Fonds des Lifescience-Geldgebers Forbion Capital Partners aus den Niederlanden. Der VC hat über sein Münchener Büro zuletzt an zwei hiesigen Unternehmen beteiligt.

Bild: KfW-Bildarchiv / Thomas Klewar