Die Kirondo-Chefs Christopher Deckert (links) und Hendrik Schlereth

Der Berliner Kinderkleider-Secondhand-Versand Kirondo wird verkauft: Kirondos aus Spanien stammender Wettbewerber Percentil übernimmt 100 Prozent der Anteile an dem knapp drei Jahre alten Startup.

Zum Verkaufspreis wollte Kirondo-CEO Christopher Deckert gegenüber Gründerszene keine Angaben machen. Ebenso bleibt zunächst unklar, was mit dem Führungsteam um Deckert und Hendrik Schlereth passiert. Das 20-köpfige Team solle allerdings komplett erhalten bleiben und sogar vergrößert werden, so Deckert.

Für Percentil, ebenfalls 2012 gegründet und von VC Active Venture Partners unterstützt, bedeutet die Akquisition der Gewinn eines zweiten Verarbeitungs- und Ankaufsstandorts in Berlin und eine Marktbereinigung in Deutschland. Neben Spanien und Frankreich ist Percentil auch heute schon in Deutschland aktiv. Kirondo gibt es neben Deutschland auch in Österreich. Für 2015 plant Percentil weitere Expansionsschritte.

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Die beiden Standorte Madrid und Berlin sollen in Zukunft weiter unabhängig voneinander arbeiten, jedoch Artikel nach Bedarf und Jahreszeit untereinander tauschen. „Durch den Zukauf der Nummer eins in dem wichtigsten europäischen Markt, Deutschland, können wir unsere Verarbeitungs- und Verkaufskapazitäten mehr als verdoppeln“, freut sich Percentil-Gründer und -CEO Luis Ongil.

Kirondo-COO Hendrik Schlereth erläutert, wie Synergien zwischen beiden Standorten entstehen: „Erste Tests haben gezeigt, dass der Austausch zwischen den beiden Lagern große Möglichkeiten bietet, die Margen zu erhöhen und die Lagerbestände schneller zu drehen. So erhalten wir beispielsweise in den kommenden Tagen 5.000 Winterartikel aus dem Percentil-Lager, um der Nachfrage unserer Kunden nach warmer Kleidung gerecht zu werden – während die spanischen und französischen Kunden bereits frühlingshaftes Wetter genießen.“

Kirondo war 2012 unter dem Namen Njunju von Julius Bertram und Sarah Seeliger gegründet worden. Gemeinsam mit dem Company Builder Team Europe entwickelte ab Frühjahr 2013 ein fünfköpfiges Gründerteam daraus Kirondo, einen Re-Commerce-Anbieter für Kinderkleider. Im Spätsommer verließ Bertram das Startup und gründete das Kinderbücher-Abo Librileo. Die Hintergründe der offenbar nicht ganz harmonischen Trennung sind umstritten. Später zog sich auch Team Europe aus dem Investorenkreis zurück, Kirondo gehörte seither mehrheitlich den Geschäftsführern Christopher Deckert, Michael Rüffer und Hendrik Schlereth.


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Jan Schusts Affiliate Deals übernahm im Februar 2015 den größeren Wettbewerber 100partnerprogramme.de, der bereits im Jahr 2002 von Karsten Windfelder ins Leben gerufen wurde. Künftig vereint die Super Affiliate Network GmbH mit 100partnerprogramme.de, Affiliate-deals.de und Affiliate-People.com drei bekannte Informationsportale unter einem Dach. 100partnerprogramme-Gründer Windfelder soll beratend für alle betriebenen Portale aktiv sein. Im Bild: Affiliate-Deals-Gründer Jan Schust; Quelle: Jan Schust

Bild: Kirondo; Mitarbeit: Hannah Loeffler