christopher deckert kirondo team europe

Kirondo-Geschäftsführer Christopher Deckert

Neue Geschäftsführung bei Kirondo

Der Kinderkleider-Secondhand-Versand Kirondo gehört nicht mehr zum Portfolio von Team Europe. Der Berliner Company Builder hat seine Anteile an die Geschäftsführung des Startups verkauft. Die Team-Europe-Partner Kolja Hebenstreit und Lukasz Gadowski bleiben aber als Privatinvestoren im Kreis der Gesellschafter.

Anzeige
Team Europe hat sich im vergangenen Sommer einen Strategieschwenk verpasst und fokussiert sich seither stärker. So verkaufte der Company Builder unter anderem seine Anteile am Brillenversand Mister Spex, am Personaldienstleister I-Potentials, an MyMuesli und dem Debattenmagazin The European. Weiterhin engagiert ist Team Europe etwa beim Bastelboxversand Wummelkiste und dem Lieferdienstvermittler Delivery Hero, der jüngst eine Riesenfinanzierung von fast 90 Millionen US-Dollar einholte.

Kirondo war im Juni 2013 von Sarah Seeliger und Julius Bertram gegründet worden. Bertram wurde Geschäftsführer, verließ das Startup aber schon wieder im September. Anschließend gründete er das Kinderbücher-Abo Librileo. Die Kirondo-Geschäftsführung ging an Christopher Deckert, Michael Rüffer und bis November 2013 Team-Europe-Mann Matthias Bellmann über.

Nun stellt Kirondo ein weiteres Mal seine Unternehmensführung neu auf: Neben Rüffer und Deckert steigt Hendrik Schlereth als dritter Geschäftsführer ein, er kommt von der Unternehmensberatung Booz & Company.

Hinter dem Startup liegen also ereignisreiche Monate. Im Interview blickt Co-Geschäftsführer Christopher Deckert zurück und verrät, wie es für Kirondo weitergehen soll.

Im Herbst hat euch Mitgründer Julius Bertram verlassen. Deutsche Startups schrieb damals, er sei „in einer Nacht- und Nebelaktion schlicht vor die Tür“ gesetzt worden. Was ist da passiert?

Tatsächlich gab es in den ersten Tagen von Kirondo Konflikte im Team. Ich bin froh dass Julius und Team Europe eine einvernehmliche Lösung gefunden haben, Julius auch weiterhin Shareholder bei Kirondo ist und wünsche ihm viel Erfolg mit seinem neuen Projekt.

Kirondo ist nun ein inhabergeführtes Unternehmen. Was ist der Hintergrund für den Ausstieg von Team Europe?

Nach dem Ausscheiden von Julius haben Michael Rüffer und ich uns mit Team Europe zusammengesetzt und überlegt, wie ein Neuanfang für Kirondo am besten gelingen kann. Am Ende des Prozesses haben wir die Shares von Team Europe übernommen. Dafür bin ich dankbar und freue mich umso mehr, dass Lukasz und Kolja als Business Angels danach auch nochmal investiert haben.

Mit Hendrik Schlereth stößt in diesen Tagen ein dritter Geschäftsführer zu Kirondo. Was versprecht ihr euch von ihm?

Hendrik und ich kennen uns schon sehr lange. Wir haben zusammen in Mannheim studiert. Danach bin ich zu Rocket und habe einige E-Commerce-Unternehmen wie Zalando auf ihrem Weg begleitet. Das restliche Team hat einen ähnlichen Hintergrund. Nachdem wir in den ersten Monaten eine Re-Commerce-Plattform gebaut haben, geht es nun darum, Kirondo im Markt zu platzieren. Hendrik hat in der Beratung jahrelang Erfahrung im Bereich der Zweitvermarktung gesammelt. Dementsprechend ist er die optimale Ergänzung für die kommenden Herausforderungen.

Wie groß ist Euer Team jetzt? Gibt’s eine Zielgröße?

Aktuell umfasst das Kirondo-Team etwa 20 Köpfe – ein Großteil davon im Operations-Bereich, der das inzwischen schon immense Volumen bewältigt. Tendenz weiter steigend.

Anzeige
Im Sommer hatten unter anderem Team Europe und die German Startups Group in Kirondo investiert. Seitdem gab es aber keine weitere Finanzierung. Richtig?

Nachdem wir uns mit Team Europe auf die neue Struktur geeinigt hatten, haben wir weitere namhafte Angels für uns gewinnen können. Bevor sie im Handelsregister stehen, werden wir sie kommunizieren.

Im Oktober habt ihr Euren Shop gelauncht. Was ist seitdem auf der Produktseite passiert?

Wir haben die ersten Monate genutzt, um eine Plattform zu bauen, die uns alle Anforderungen des Re-Commerce optimal bewältigen lässt. Wir bilden damit den Shop, ein Warenwirtschaftssystem, ein Lagersystem und ein Data-Warehouse ohne komplizierte Schnittstellen ab. Im nächsten Schritt geht es nun darum, die Eltern erfahren zu lassen, wie viel besser das Second-Hand-Einkaufserlebnis ist, verglichen beispielsweise mit Marktplätzen oder offline. Wir sind die Instanz, die dem Verkäufer jede Arbeit abnimmt. Und für den Käufer sicherstellt, dass die Ware wirklich unseren hohen Qualitätsanforderungen entspricht.

Bild: Kirondo; Disclaimer: Team Europe ist Gesellschafter der Vertical Media GmbH, dem Medienhaus von Gründerszene. Weitere Informationen zur Vertical Media GmbH hier: www.vmpublishing.com.