Kitchensurfing-Gründer Borahm Cho

Kitchensurfing verlässt Berlin: „Kein endgültiger Abschied“

Das US-Startup Kitchensurfing stellt nach mehreren Jahren sein Angebot in Berlin ein. Das in New York ansässige Unternehmen begründet die Entscheidung mit dem größeren Erfolg im Heimatland: „Zur Zeit erleben wir ein großes Wachstum in den USA und um dieses Wachstum zu unterstützen, haben wir uns dazu entschlossen, uns auf den Geschäftsbereich zu konzentrieren, der näher an unserer Heimat liegt“, heißt es in einer Mail an Kitchensurfing-Nutzer. Das Angebot werde zum 1. März, genau drei Jahre nach dem Start des Angebots, eingestellt. Gleichzeitig betont das Unternehmen, dass das Ende in Berlin „kein endgültiger Abschied“ sei.

Kitchensurfing wurde 2012 von dem gebürtigen Hamburger Borahm Cho und dem Restaurant-Besitzer Chris Muscarella gegründet. Mittlerweile beschäftigt das Unternehmen über 40 Mitarbeiter und konnte bisher fast 20 Millionen US-Dollar an Kapital einsammeln. Das meiste Geld kommt von Union Square Ventures und Spark Capital.

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Anfang 2014 hatte Kitchensurfing noch die weitere Expansion in Europa, beispielsweise in Paris oder London geplant, wie Borahm Cho im Januar 2014 im Gründerszene-Interview sagte. Warum das Startup gleich zu Beginn in Berlin launchte? Cho antwortete damals: „Berlin liegt uns [...] einfach persönlich am Herzen und auch wenn die Stadt in der Food-Szene nicht so stark ist wie New York, so ist es doch eine gute Stadt, um Dinge auszuprobieren.“

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Offenbar ist das Experiment nun vorerst gescheitert. Anstatt das Modell weltweit auszurollen, hat Kitchensurfing sich in den vergangenen Monaten immer stärker auf den Heimatmarkt konzentriert – offenbar auch, um sich von US-Wettbewerbern wie Kitchhit abzusetzen. Die Strategie soll aus der Feder des neuen CEO Jon Tien stammen, der Mitgründer Muscarella ersetzt hat. Tien arbeite zuvor beim Spiele-Startup Zynga.

Auch Borahm Cho hat sich Ende 2014 aus dem operativen Geschäft von Kitchensurfing zurückgezogen. Laut seinem LinkedIn-Profil ist er nur noch Berater des US-Startups, seit Januar ist er zudem als Mentor für den German Accelerator aktiv.

Bild: Kitchenstories