florian-behnFlorian Behn

ist Geschäftsführer von 1000Jobboersen (www.1000jobboersen.de), einem Portal, das  Transparenz auf dem Jobbörsenmarkt schaffen möchte und  das Schalten von Stellenanzeigen vereinfacht. Mit www.1000jobboersen.de schalten Nutzer Stellenanzeigen auf den „richtigen“ Jobbörsen, damit sie von allen passenden Bewerbern gefunden werden. Für jede Stellenanzeige empfiehlt 1000jobboersen.de individuell ein passendes Angebot aus über 1.000 Jobbörsen, Print-Titeln und Social-Media-Portalen. Durch die Optimierung der Medienwahl wird die relevante Reichweite der Stellenanzeige deutlich erhöht, Streuverluste vermieden und der Rücklauf von qualifizierten Bewerbern verbessert.

Herr Behn, welches sind Ihrer Erfahrung nach die größten Probleme für kleine Unternehmen bei der Personalsuche?

Zunächst einmal hat eine kleine Firma meist keinen eigenen Personaler. Diese Dinge müssen oft vom Chef nebenbei erledigt werden. Der hat aber nicht die nötige Zeit und ist vielleicht auch nicht immer zu 100 Prozent im Thema drin.

Welche Nachteile hat der letzte Punkt konkret?

Stellenanzeigen kleinerer Unternehmen sind häufig nicht optimal gestaltet. Es wird zum Beispiel vergessen, bestimmte branchen- bzw. jobbezogene Keywords einzuarbeiten, damit sie online besser gefunden werden. Außerdem sollte man beachten, dass sich der Arbeitgeber auch beim Arbeitnehmer bewirbt und nicht nur umgekehrt. Auch kleine Unternehmen wollen schließlich gute Mitarbeiter. Im Wirtschaftsaufschwung wird der Wettbewerb um die besten Fachkräfte wieder härter. Da müssen kleine Unternehmen mit Konzernen mithalten, die Profi-Headhunter engagieren und über riesige Budgets verfügen.

Warum tun sich sogar StartUps noch immer schwer bei der Suche nach Mitarbeitern über das Web?

Nehmen wir an, Sie sind Geschäftsführer einer Internet-Firma mit fünf oder sechs Angestellten und suchen einen Flash-Progammierer. Dann müssen Sie sich entscheiden zwischen sieben bis acht großen, bundesweiten Jobbörsen, einigen Stellenportalen für Ihre Branche, regionalen Anbietern sowie diversen Social-Networks. Allein diese Masse an Möglichkeiten überfordert viele Verantwortliche. Hinzu kommen jeweils unterschiedliche, mitunter zeitaufwändige Anmelde- und Zahlungsprozesse. Da nutzt es auch nichts, wenn User mit dem Internet bestens vertraut sind.

Reicht es nicht, auf einer großen, bekannten Jobbörse zu inserieren?

Nun, der Bewerber steht ja vor demselben Problem. Auch er muss sich ja durch viele Jobbörsen wühlen, wenn er irgendwo Ihr Angebot finden soll. Da passiert es häufig, dass man einander verpasst. Man sollte eine Anzeige also schon möglichst breit streuen. Klar ist aber auch: Die Sache muss effizient sein. Wenn man jede einzelne Jobbörse angeht, verschwendet man Zeit und Geld. Von beidem haben gerade kleine Unternehmen wenig.

Wie kann man dieses Problem lösen?

Mittlerweile gibt es einige Möglichkeiten, etwa die Bundesagentur für Arbeit. Stellt man sein Angebot auf deren – gründlich überarbeiteter – Website und damit auf den kooperierenden Stellenbörsen online, hat man eine breite Streuung, weil das Portal von sehr vielen Menschen genutzt wird – es funktioniert aber im Zweifelsfall nicht für alle Stellen. Eine Veröffentlichung bei 1000jobbörsen.de hat dagegen den Vorteil, dass Postings stellenspezifisch und kostengünstig ausgeschrieben werden können, weil wir genau auswählen, welche Anzeige zu welchen Stellenportalen passt. Durch die Paketbuchungen spart man darüber hinaus Geld.

Momentan ist zu hören, dass viele, besonders kleine Unternehmen Bewerbungen von Kandidaten erhalten, die für die Stelle nicht geeignet sind. Wie lässt sich diese Entwicklung erklären?

Das ist richtig. Der wirtschaftliche Aufschwung ist noch lange nicht in allen Branchen durchgreifend angelangt. Oft bewerben sich hochqualifizierte Akademiker für sehr niedrige Jobs. Das liegt aber auch am Stellen-Anbieter. Und hier sind wir wieder beim Formulieren der Anzeige. Es sollte klar herausgestellt werden, was der Job beinhaltet und wo er angesiedelt ist. Zudem sollten sich – das ist ein ganz wichtiger Punkt – Unternehmen gut überlegen, wo sie inserieren, um nicht die falsche Zielgruppe anzusprechen.

Wie wird sich aus Ihrer Sicht der Arbeitsmarkt 2010 insgesamt entwickeln?

Was wir von unseren Kunden wissen ist, dass die Suche nach geeignetem Fachpersonal immer schwieriger wird, vor allem im Bereich Software-, Web-, Developer- und IT-Profis, bei Ingenieuren und im Gesundheitswesen, also bei Ärzten und Pflegepersonal. Wir gehen davon aus, dass die Wirtschaft ab Mitte des Jahres 2010 wieder spürbar anzieht. Wem es dann gelingt, schnell und effizient zu rekrutieren, der wird definitiv klare Vorteile im Wettbewerb haben.

Herr Behn, vielen Dank für das Gespräch.