Mint, Kontoblick, Money Dashboard, Kontoverwaltung, Finanplanung

Etwas übereifrig hatte Gründerszene heute morgen das Finanzverwaltungs-StartUp Kontoblick schon zu Grabe getragen. Der inzwischen offline genommene Artikel spekulierte, dass Kontoblick wohl geschlossen werde, weil die Seite für drei Tage nicht erreichbar war und in den Wochen zuvor DealStreet vom Netz genommen und MyBrands dicht gemacht wurde. Kontoblick ist ebenfalls ein Samwer-StartUp und laut Gründerszene-Informationen soll das Engagement in das Müncher StartUp seitens Rocket Internet gesunken sein.

Christopher Cederskog, Mitgründer und Geschäftsführer von Kontoblick, meldete sich heute bei Gründerszene und gab zu verstehen, dass bei Kontoblick mit technischen Schwierigkeiten gekämpft wurde, die Seite nun aber wieder voll einsatzbereit zur Verfügung stehe. Von einem Offlinegang sei hingegen keine Rede, auch wenn der Fokus der Samwer-Brüder zurzeit wirklich auf anderen Themen läge.

So funktioniert Kontoblick

Kontoblick ist ein Copycat des amerikanischen Anbieters Mint, mit dem Nutzer ihrer Kontounterlagen verwalten und organisieren können. Unter dem Motto “Money management” führte Mint die Haushaltskassenverwaltung online ein. Im September letzten Jahres wurde Mint zwei Jahre nach seiner Gründung für 170 Millionen US-Dollar an das kalifornische Unternehmen Intuit verkauft. In Großbritannien sind mit Kublax und Money Dashboard ebenfalls entsprechende Copycats entstanden, wobei Kublax bereits eingestellt wurde, nachdem es keine weitere Finanzierung erlangen konnte.

Auch Kontoblick wirbt damit, dem Nutzer ein Werkzeug zur vollen Transparenz über seine Finanzen an die Hand zu geben. Ähnlich wie Mint zeigt Kontoblick, wofür Geld ausgegeben wird und wo gespart werden kann. Die private Finanzverwaltung kombiniert das klassische Haushaltsbuch mit den Funktionen des Online-Bankings. Ein Blick auf den Doubleclick Ad Planner zeigt allerdings, dass sich das amerikanische Vorbild in anderen Nutzerdimensionen bewegt:

Zur Konkurrenzlage von Kontoblick

Im Vergleich zum amerikanischen Mint performen die europäischen Pendants wesentlich schlechter, wobei Kontoblick im Vergleich zur britischen Konkurrenz gar nicht mal so schlecht aufgestellt ist. Einerseits dürfte hier der kleinere Markt eine Rolle spielen, andererseits aber auch mit dem Fokus auf umsatzschwache Zielgruppen. So hat Mint laut DoubleClick Ad Planner etwa 206 mal mehr Unique-Visitors als Kontoblick hat und die Nutzer beinahe doppelt so lange auf der Seite hält. Beteiligt ist neben dem European Founders Fund (EFF) auch Holtzbrinck Ventures, die im September 2009 gemeinsam noch frisches Geld in Kontoblick gegeben hatten. Wie lange es Kontoblick noch geben wird, bleibt fraglich, doch Cederskog versichert, dass die Nutzer ihre Finanzen noch eine ganze Weile mit dem StartUp aus München verwalten können sollen.

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