„Ich mag mich gerne belanglos austauschen“, sagt Danijel Kupceric. Und jeder, der nicht gerade in Online-Abstinenz lebt, kennt das Gefühl aus einschlägigen Social-Networks. Doch so sozial sie auch sein mögen, für Kupceric ist das nicht genug: „Es kommt einfach nichts dabei rum.“

Das will Koobloo nun ändern. Die „Suchmaschine für Gelegenheiten“ gründete Kupceric gemeinsam mit Oliver Bludau und Carmen Hentschel. Abseits des Kontaktesammelns und Kommunizierens will die Plattform dazu beitragen, Menschen zu treffen. Im echten Leben. Drei wesentliche Dimensionen müssen hierfür planbar werden: Der Ort, die Zeit – und der Mensch.

Wichtigstes Vehikel ist der „Slot“. Über ihn kann der Nutzer abbilden, wann und wo er ein freies Zeitfenster hat. Versehen mit ein zwei netten Sätzen zur Motivation, fließt der Slot in das Koobloo-System und sucht nach passenden Einträgen anderer Nutzer. Auch regelmäßige Freiräume lassen sich einstellen und so etwa die tägliche Mittagspause zum Horizonterweitern nutzen.

Wer zu schüchtern ist, einmal nicht mit den Kollegen, sondern mit einem Unbekannten das Vorspeise-Bruschetta zu teilen, dem kann Koobloo immer noch geschäftlich von Nutzen sein. Auf Messen etwa könnte Koobloo offiziell für die Vernetzung sorgen. Wenn das Konzept aufgeht und sowohl Aussteller als auch Geschäftspartner zu Beginn ihre freien Slots eintragen, könnte der gewohnte Terminstress ausbleiben. Flexibel blieben die Teilnehmer trotzdem – schließlich liefert Koobloo nur Vorschläge.

Aber die kritische Masse, rufen da die Kritiker. Kupceric verdeutlicht: „Viele verstehen uns als Community – was falsch ist. Wir produzieren einen Slot und verteilen ihn dann über Communitys.“ Nach und nach baut das Team nun Anbindungen zu Facebook, Twitter und anderen Netzwerken. Die Google-Echtzeitsuche soll, so die Hoffnung, ihr Übriges tun.

Derzeit beschäftigt das Unternehmen 15 Programmierer in Indien und einen Chefprogrammierer in Deutschland. Mit dem stets verfügbaren Team in Goa wolle man auch in Zukunft arbeiten.

Seit kurzem gibt es auf Koobloo auch Business-Mitgliedschaften. Ein selbständiger Coach oder Therapeut könnte das System etwa nutzen, um sich den Sekretär zu sparen: Sprechstunden würden auf der eigenen Website eingestellt und verbindlich von den Kunden gebucht. Zwei große Hotelketten sind ebenfalls von dem Konzept überzeugt und legen ihren Nächtigenden künftig kleine Koobloo-Flyer auf die Kopfkissen.

Und warum nicht das Modell umdrehen und etwa Eventmanager dazu einladen, sich mit ihren Veranstaltungen auf die Slots potentieller Besucher zu bewerben? Sicher bräuchte auch dies einen geeigneten Spam-Schutz. Doch in Zeiten des Targetings in sozialen Netzwerken längst kein Zauberwerk mehr.

Zehn Euro soll der Business-Kunde für die Erstellung seiner Zeitschlitze pro Monat aufbringen – egal ob sich über den Account ein ganzer Fitnessclub oder ein selbständiger Personal Trainer organisiert. „Einfachheit siegt“, sagt Kupceric. Denn wer hat schon einen Slot für schwierige Tarifmodelle.

Bildmaterial: Koobloo