Kreditech-Mitgründer und -CEO Sebastian Diemer

„Es gibt keine Ambitionen, das Unternehmen zu verkaufen“

Anderthalb Wochen ist es her, da konnte das Hamburger FinTech-Startup Kreditech stolz eine mächtige Serie-B-Finanzierungsrunde von 40 Millionen US-Dollar verkünden. Mit dem Geld – eine der größten Finanzierungsrunden dieses Jahres – will das Unternehmen vor allem in neue Märkte expandieren. Bislang ist Kreditech in Polen, Spanien, Tschechien, Russland, Mexiko, Peru und Australien aktiv. In Brasilien, Rumänien und der Dominikanischen Republik sei der Markteintritt geplant. Zudem kündigte das Startup an, seine Produktpalette erweitern zu wollen.

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In einem Interview mit Hamburg Startups erklärt Mitgründer und -CEO Sebastian Diemer nun, wohin es genau gehen soll: „Onlinekredite waren erst der Anfang, zukünftig wollen wir Kreditkarten, Mobile Wallet Loans und mobile Kredite anbieten.“

Zudem soll das Personal des bisher 140 Mitarbeiter starken Unternehmens weiter aufgestockt werden: „Wir stellen bis Jahresende mindestens 50 neue Mitarbeiter ein“, so Diemer. „Ein neues Office suchen wir bereits.“

Der Deal, der laut Diemer in nur drei Monaten zustande kam, ließ die Bewertung des Unternehmens auf 190 Millionen US-Dollar steigen. Diemer erklärt das zum einen mit dem hohen Umsatzwachstum des Unternehmens begründet, zum anderen bewege sich Kreditech mit seinem Geschäftsmodell in einem Bereich, der bisher noch nicht „vom Digitalisierungswandel erfasst“ worden sei.

Exit-Ambitionen gebe es bei Kreditech aktuell nicht, erklärt Diemer. Große Pläne hat er dennoch: „Wir wollen in den nächsten 24 Monaten das erste, innovative deutsche Milliardenunternehmen aufbauen. Made in Hamburg.“

Das Interview in voller Länge gibt es bei Hamburg Startups.


Übersicht: Die wichtigsten Finanzierungsrunden des ersten Halbjahrs 2014

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Das Team-Europe-Startup Delivery Hero konnte im Januar 2014 ganze 88 Millionen US-Dollar einsammeln – eine Summe, die sonst nur von Samwer-Ventures eingefahren wird. Angeführt wurde die Runde vom Later-Stage-Investor Insight Venture, die bereits Tumblr und Twitter groß gemacht haben und am Trivago-Exit an Expedia beteiligt waren. Im Bild: Niklas Östberg, CEO und Mitgründer von Delivery Hero; Quelle: Michael Berger / Gründerszene

Bild: Kreditech