Finanzierung, Markteintritt, Micropayment

„Wir haben uns noch einmal zurückgezogen und neu überlegt“

LaterPay (www.laterpay.net), ein Bezahlssystem für Mikrotransaktionen, hat drei Millionen Euro in der zweiten Finanzierungsrunde erhalten. Nach Aussagen des Unternehmens sind die Mehrheit der bestehenden Investoren sowie ein neuer Privatinvestor aus der Schweiz dabei. Mit dem Geld will das Münchner Startup seine Plattform ausbauen – und den bevorstehenden Markteintritt finanzieren.

Das Unternehmen wurde schon Anfang 2010 von Cosmin Ene und Jonas Maurus gegründet, 2011 konnte sich das Startup von seinen Investoren in der Seed-Runde zwei Millionen Euro sichern. Zwischen 2012 und 2013 hatte sich LaterPay in einer Testphase mit Gruner+Jahr als Bezahllösung auf dem Markt für journalistische Bezahlinhalte versucht – ohne durchschlagenden Erfolg, berichtet CEO Ene: „Wir haben gemerkt, dass der Markt noch nicht reif war. Andere Märkte sind weiter und erfordern flexiblere Modelle. Wir haben uns noch einmal zurückgezogen und neu überlegt.“

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Neben Journalismus soll LaterPay nun vor allem im weiter entwickelten Games-Markt eingesetzt werden. Der Markteintritt soll in den nächsten zwei bis drei Monaten erfolgen, jedoch nicht mit einem „Big Bang“, sondern „langsam und Schritt für Schritt“, so Ene. Das überarbeitete Konzept von LaterPay sieht vor, dass das Micropayment-System wie klassische Bezahlsysteme in die Seiten der Anbieter von digitalem Content eingebunden wird. Die Nutzer, die mit LaterPay bezahlen, sollen die entsprechenden Inhalte direkt erhalten und müssen erst später bezahlen, wenn die kumulierten Mikrotransaktionen einen festgelegten Betrag überschreiten.

Neben Anbietern von journalistischen oder Games-Inhalten kann sich Ene auch vorstellen, dass LaterPay für Startups mit anderen contentbasierten Konzepten interessant sein könnte, die sonst häufig nur mit Werbung Geld verdienen. Cosmin Ene hat vor einigen Jahren mal für einen VC gearbeitet. Dabei, erzählt er, war es „deprimierend zu sehen, wie Startups mit coolen Ideen gescheitert sind, weil sie kein gutes Monetarisierungsmodell hatten“.

Bild: © panthermedia.net / Marc Dietrich